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Brasilien: Karneval-Touristen haben Angst vor dem Zika-Virus

In Brasilien grassiert das Zika-Virus, das bei ungeborenen Kindern Missbildungen auslösen kann. In den USA grassiert die Angst davor

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Brasilien: Karneval-Touristen haben Angst vor dem Zika-Virus

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In Brasilien grassiert das Zika-Virus, das bei ungeborenen Kindern Missbildungen auslösen kann. In den USA grassiert die Angst davor: Reiserücktrittsversicherer wie RoamRight melden für Januar für Policen zu Reisen in Zika-betroffene Gebiete 81 Prozent mehr Umsatz als vor Jahresfrist.

Meinung

Wir sehen es mit Besorgnis

Und der brasilianische Karneval in den Tagen vor Aschermittwoch, eine der Hauptattraktionen und wichtige Einnahmequelle des Landes, ist schon durch die Wirtschaftskrise stark gerupft. Die tiefe Rezession – minus 3,7 Prozent 2015 bei der Wirtschaftsleistung, der höchste Verlust an Arbeitsplätzen seit 24 Jahren, 10,7 Prozent Inflation – dämpft die Feierlaune.

Im vergangenen Jahr kamen allein eine Million Touristen nach Rio – so soll es dieses Jahr wieder kommen.

Aber in dem Land, das den Karneval mindestens so wie den Fußball liebt, müssen reihenweise aus Geldnot Umzüge abgesagt werden: In mindestens 48 Städten fallen sie nach Medienberichten («O Globo») in diesem Jahr aus.

Und nun auch noch Zika: Im Bundesstaat Rio de Janeiro gibt es 171 Mikrozephalie-Verdachtsfälle. In ganz Brasilien wurden bisher – neben Hunderttausenden möglichen Zika-Erkrankungen – 4.180 Verdachtsfälle für Schädelfehlbildungen gezählt.
In sechs Fällen von Mikrozephalie konnte definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit Zika infiziert hatten.

Das Sambódromo, wo ab Ende der Woche Hunderttausende Menschen den Samba-Karneval feiern werden, wird von Leuten in Spezialanzügen mückenfrei gespritzt.

Aber je länger das Virus um sich greift, desto stärker müssen die Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bangen, ob die erhofften Touristenmassen im August nach Rio kommen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist beunruhigt.
«Wir sehen es mit Besorgnis», sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB. Die Athleten sollten informiert und vorbereitet werden, «um das Risiko weitestgehend zu minimieren».

Anfang der Woche hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen Zika den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das Virus ist binnen weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht. Brasilien ist das am stärksten betroffene Land. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

su mit Reuters, dpa