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Philip Hammond: Mehr Flüchtlinge wegen Russlands Bomben

Das Flüchtlingslager Zaatari im Norden Jordaniens. Rund 85.000 syrische Flüchtlinge leben hier, ein Bruchtteil der gut anderthalb Millionen Syrer

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Philip Hammond: Mehr Flüchtlinge wegen Russlands Bomben

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Das Flüchtlingslager Zaatari im Norden Jordaniens. Rund 85.000 syrische Flüchtlinge leben hier, ein Bruchtteil der gut anderthalb Millionen Syrer, die nach Jordanien geflohen sind. Großbritanniens Außenminister Philip Hammond hat das Camp jetzt besucht. Seiner Ansicht nach ist Russlands Syrien-Einsatz für die Flüchtlingsströme mitverantwortlich.

Meinung

Eine neue Flüchtlingswelle kommt wegen der russischen Bombardements.

Hammond: “Bis vor wenigen Monaten sind immer wieder Menschen aus den Lagern nach Syrien zurückgekehrt, trotz der Ereignisse in ihrem Land. Das ist nun vorbei, eine neue Welle an Flüchtlingen kommt hierher, und zwar wegen der russischen Bombardements.”


Jordanien hofft nun auf die Syrien-Geberkonferenz, die am Donnerstag in London stattfindet. Alleine könne man die Belastung nicht schultern, so die Regierung.

Informationsminister Mohammad Momani: “Wir hoffen, dass es ein ersthaftes internationales Engagement zur Syrienkrise geben wird. Wir sehen diese Konferenz als politische Konferenz an, wobei Europa und die internationale Gemeinschaft sich einbringen können, um einen Teil der Verantwortung zu schultern, den die Aufnahmeländer derzeit übernehmen.”

Jordaniens König Abdullah II. sagte in einem Fernsehinterview, sein Land brauche langfristig internationale Hilfe. Der Flüchtlingsansturm bedrohe die nationale Stabilität und überfordere insbesondere das Sozialsystem seines Landes, so der König. Ein Viertel des Staatshaushaltes der letzten Jahre sei in die Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen geflossen. Das Land brauche Unterstützung im Ausbau seiner Infrastruktur unter anderem im Bildungswesen. “Die Psyche der Jordanier ist, glaube ich, an einem Siedepunkt angekommen.” Trotzdem versprach König Abdullah, weiterhin Flüchtlinge “in begrenzter Anzahl” ins Land zu lassen.

Unterdessen klagt die britische Hilfsorganisation Oxfam über zu wenig Hilfen für Syrien. Vergangenes Jahr hätten die Geberländer nicht einmal die Hälfte der benötigten Gelder gezahlt, so die Organisation. Während Großbritannien, Deutschland und die Niederlande vergleichsweise großzügig seien, hätten Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Katar ihre Beiträge gekürzt. Auch die USA und vor allem Russland zahlten weniger als ihren “fairen Anteil”, heißt es. Moskaus Anteil betrage gerade mal 1 Prozent dessen, was das Land eigentlich zahlen sollte. Die USA steuern in absoluten Zahlen am meisten bei, ihre Anteil liegt allerdings nur bei 76 Prozent der Zusagen, während Deutschland, die skandinavischen Länder, die Benelux-Staaten und Kuwait teils deutlich mehr zahlten als nur den fairen Anteil.


Website der Syrien-Geberkonferenz

Interview mit Abdullah II.

Infos von Oxfam