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Das dramatische Rennen zum Südpol als Oper

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Das dramatische Rennen zum Südpol als Oper

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Welturaufführung an der Bayerischen Staatsoper: "South Pole" porträtiert das legendäre Wettrennen zum Südpol.

Das dramatische Wettrennen zum Südpol zu Beginn des 20. Jahrhunderts eignet sich perfekt als Opernstoff. Das Drama im ewigen Eis steht nun im Zentrum der neuen Oper “South Pole”.

Auf der Bühne der Welturaufführung an der Bayerischen Staatsoper eine Besetzung der Weltklasse: Der Bariton Thomas Hampson verkörpert den Norweger Roald Amundsen und Tenor Rolando Villazón den Briten Robert Falcon Scott.

Rolando Villazón zur Geschichte: “Diese zwei Männer stürzen sich ins Ungewisse, um den letzten unentdeckten Ort auf diesem Planeten zu erobern. Sie kämpfen in diesem Makrokosmos ums Überleben, aber gleichzeitig und das zeigt eben diese Oper, tragen die beiden Männer auch einen inneren Kampf aus, sie sind auf einer Expedition durch ihre Seele.”

Für Thomas Hampson hat Amundsen Ecken und Kanten. Er ist sehr scharfsinnig, entschlossen, sehr konzentriert und er ist diszipliniert. Ich denke, dass meine Musik das auch widerspiegelt. Ich finde, er ist eine Heldenfigur, ich bewundere ihn für das, was er in seinem Leben erreicht hat.”

Rolando Villazón beschreibt Scott als einen Idealisten: “Er ist sehr patriotisch, viel mehr noch als Amundsen. Er glaubt daran, dass er das alles für den König und sein Land tut.”

Beide hatten eine große Achtung voreinander, sagt Thomas Hampson: “Diese kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem anderen, sollte eher als Ausdruck eines fundamentalen Respekts zwischen diesen beiden wahrgenommen werden.”

Die Sänger arbeiteten eng mit dem tschechischen Komponisten Miroslav Srnka zusammen. Er erzählt die Geschichte der beiden Abenteurer simultan – eine Doppeloper, inszeniert von Hans Neuenfels.
“Für mich war das Wichtigste die Zeitspanne der Geschichte und diese doppelte Geschichte an sich darzustellen”, erklärt Srnka. “Das heißt, wir haben zwei Teams zur gleichen Zeit, wobei ein Team nur aus Baritonen besteht und das andere nur aus Tenören.”

Thomas Hampson zur Musik: “Es gibt Momente in der Partitur, wo man ganz deutlich die Kälte und den Wind spüren kann und das ist eine Errungenschaft in der Klangsprache.”

Es ist Amundsen, der am Ende als Erster den Südpol erreicht. Scott kommt 33 Tage nach ihm an und stirbt tragisch auf der Rückreise. “Herauszufinden, wie Scott zu Tode erfriert, war sehr interessant”, erzählt Rolando Villazon. “Was passiert, ist, dass sich die Seele der Charaktere immer mehr auflöst. Man singt nicht mehr, sondern fängt an, zu sprechen. Es bleibt aber diese Sehnsucht zu singen.”