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Russischer Soldat in Syrien getötet - Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Aussetzen der Friedensgespräche

Das russische Verteidigungsministerium hat den Tod eines Soldaten in Syrien bestätigt. Der Militärberater sei bei Beschuss eines syrischen

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Russischer Soldat in Syrien getötet - Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Aussetzen der Friedensgespräche

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Das russische Verteidigungsministerium hat den Tod eines Soldaten in Syrien bestätigt. Der Militärberater sei bei Beschuss eines syrischen Armeelagers durch die IS-Miliz tödlich verletzt worden. Er hatte demnach syrische Soldaten im Gebrauch neuer Waffen unterwiesen. Wo sich der Vorfall ereignete, blieb zunächst offen. Die Agentur Tass hatte zuvor von einem Angriff in der Provinz Latakia berichtet, bei dem ein syrischer Armeeangehöriger getötet worden war. Berichte über den Tod von vier Generälen wurden nicht bestätigt. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte unter Berufung auf Oppositionsgruppen berichtet, dass die russischen Militärs zusammen mit elf weiteren regimetreuen Militärangehörigen, darunter vier syrische Generäle, von Rebellen getötet wurden. Auch sie sollen sich in Latakia in den turkmenischen Bergen nahe der Türkei aufgehalten haben.

Unterdessen hat die syrische Armee ihre Offensive nach dem Aussetzen der Friedensgespräche in Genf fortgesetzt. Wie Staatsmedien und die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldeten, gelangen den Truppen wichtige Geländegewinne nördlich von Aleppo, in Richtung Rebellengebiete nahe der türkischen Grenze.

Die Offensive hatte laut Diplomaten endgültig zur Aussetzung der Friedensgespräche geführt. Westliche Politiker wie der französische Außenminister Laurent Fabius warfen dem Regime vor, die Verhandlungen zu torpedieren. Der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari wies die Vorwürfe zurück. Schließlich seien es die Vertreter der Opposition gewesen, die sich aus den Gesprächen zurückgezogen hatten, nach dem klar war, dass das Militär die Belagerung der Städte nahe Aleppo durch Rebellengruppen durchbrochen hatte.

Die Oppositionsvertreter hatten auf die Erfüllung von Vorbedingungen gepocht – doch mit dem Regime zu verhandeln sei unmöglich, so der Chef der wichtigsten Oppositionsgruppe “Delegation des Hohen Verhandlungskomitees (HNC)”, Riad Hidschab. Die HNC sei nach Genf gekommen, um der Welt zu beweisen, dass weder Präsident Baschar al-Assad noch seine Verbündeten an eine politische Situation glaubten, sagte er am Abend nach Beendigung der Gespräche.

Die Verhandlungen sollen am 25. Februar wieder aufgenommen werden. Hidschab sagte, seine Delegation werde jedoch nur teilnehmen, wenn deren humanitäre Forderungen erfüllt werden. Al-Dschaafari sagte, die Regierung werde ebenfalls klären, ob man zu weiteren Verhandlungen bereit sei.