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Massenflucht aus Aleppo - Neuer Streubombenabwurf?

Durch eine Offensive syrischer Regierungstruppen mit Unterstützung russischer Kampfjets sind im Norden Syriens mehrere zehntausend Menschen auf der

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Massenflucht aus Aleppo - Neuer Streubombenabwurf?

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Durch eine Offensive syrischer Regierungstruppen mit Unterstützung russischer Kampfjets sind im Norden Syriens mehrere zehntausend Menschen auf der Flucht. Die türkische Regierung rechnet mit bis zu 70.000 Syrern, die wegen heftiger Kämpfe um die Großstadt Aleppo in das Nachbarland flüchten wollen.

Aktuell bestätigten die Vereinten Nationen mindestens 30.000 aus Aleppo geflohene Zivilisten. Allein am geschlossenen Grenzübergang Bab al Salam warteten bis zu 20.000 Menschen auf Einlass in die Türkei.

Nach Schätzungen von Menschenrechtlern waren am Freitag rund 40.000 Flüchtlinge auf dem Weg zur türkischen Grenze.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben bislang rund 2,5 Millionen Syrer aufgenommen und werde auch die neuen Flüchtlinge ins Land lassen.

Syrische Regierungstruppen rückten in der Region am Freitag mit Hilfe russischer Luftschläge weiter vor.

Mit verbündeten Kämpfern der Schiitenmiliz Hisbollah und iranischen Einheiten eroberten sie nach dem wichtigsten Versorgungsweg der Rebellen in Richtung Türkei auch die Stadt Ratjan.

Während das Regime den Westen der Stadt Aleppo kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden der Metropole. Durch die Offensive der Regierungseinheiten könnte das letzte große Stadtzentrum in Rebellenhand eingekesselt werden.

Aktivisten in der von Rebellen gehaltenen westsyrischen Stadt Homs berichteten von einem neuen Streubomben-Abwurf durch die russische Luftwaffe. Die Richtigkeit der Angaben konnte nicht überprüft werden.

Der Einsatz und die Herstellung von “Clusterbomben” sind durch das Übereinkommen über Streumunition von 2010 verboten. Russland und Syrien unterzeichneten die Konvention nicht.