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Mehr Innovation mit öffentlichen Aufträgen fördern!

Öffentliche Aufträge zu bekommen, das lohnt sich und es ist nicht sehr schwierig. Vor allem für innovative kleine und mittlere Unternehmen.

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Mehr Innovation mit öffentlichen Aufträgen fördern!

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Öffentliche Aufträge zu bekommen, das lohnt sich und es ist nicht mal sehr schwierig. Vor allem für innovative kleine und mittlere Unternehmen gibt es in der EU neue Möglichkeiten.

Meinung

Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten.

Öffentliche Beschaffung

  • Öffentliche Beschaffung macht in der Europäischen Union fast 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Aber bislang werden nur selten innovative Produkte oder Dienstleistungen ausgewählt.
  • Wenn öffentliche Beschaffer verstärkt innovative Produkte kaufen, dann profitieren davon die innovativen Unternehmen und die Öffentlichkeit sowie die Umwelt.
  • Die “Procurement of Innovation Platform” ist eine europäische Anlaufstelle, die es Kommunen, Beschaffenden, Gesetzgebenden, Forschungseinrichtungen und anderen Beteiligten ermöglicht, sich über innovative öffentliche Beschaffung (PPI) und vorkommerzieller Beschaffung (PCP) zu informieren und die Potentiale zu nutzen.
  • Der “Public Procurement of Innovation” Preis zeichnet Beschaffungsverfahren aus, bei denen ein innovatives Produkt ausgewählt wurde.

Nützliche Links

Viele Unternehmer denken oft nicht an den öffentlichen Sektor, dabei sind die Ausschreibungen eine wahre Chance für kleine und mittlere Unternehmen. Wir sprechen mit Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffungs GmbH. Nemec zufolge beeinflusst die öffentliche Beschaffung die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts. Und für innovative kleine und mittlere Unternehmen gebe es viele Möglichkeiten.

Die Schell GmbH hat ihre Chance genutzt. Sie arbeitet mit der Münze Österreich zusammen. Dort werden jedes Jahr 420 Millionen Münzen hergestellt; Euros natürlich, aber auch Münzen für Sammler und Anleger. Bei diesem Herstellungsprozess wird sehr viel Wasser verbraucht, insgesamt vier Millionen Liter pro Jahr. Seit einigen Monaten ermöglicht jedoch eine Maschine, die Wiederaufbereitung des Wassers. Sonja Schell erklärt uns, wie das geht: “Mit unserem Ecoprima Vakuumverdampfer werden verschmutzte Abwässer aufbereitet und sauberes Wasser zurückgewonnen, das immer wieder verwendet werden kann, komplett ohne Chemikalien.

Um sich diesen Auftrag zu sichern musste Sonja’ Unternehmen an einem tender, einem Ausschreibungsverfahren der Bundesbeschaffungs GmbH, teilnehmen. Manfred Matzinger-Leopold, der Direktor der Münze Österreich, sagt: “Wir haben uns für das System von Schell entschieden, denn es garantierte eine gute Wasserqualität und das Preisleistungsverhältnis stimmte. Hinzukommt, dass dieses System einfach zu installieren und instandzuhalten ist.”

Das Projekt war auch erfolgreich, weil Sonjas’ Unternehmen eng mit Manfreds Forschungs- und Entwicklungsabteilung zusammengearbeitet hat. Für Sonjas’ Familienunternehmen in Innsbruck war dieser Auftrag sehr wichtig. Der Betrieb hat 20 Angestellte und arbeitet mit vielen Münzherstellern in Russland, Polen, Belgien und Ägypten zusammen. “Mit der Münze Österreich zu arbeiten ist sehr wichtig für uns. Es ist die zweitgrößte Münze weltweit. Sie ist eine sehr namhafte Referenz und wir sind sehr stolz darauf,” so Sonja Schell.

Die Europäische Kommission hat zwei Förderansätze eingeführt, um den Kauf von innovativen Produkten und Dienstleistungen zu unterstützen. Das Beschaffungsprojekt für die Münze Österreich wurde 2015 ausgezeichnet.

Euronews-Journalist Serge Rombi hat Andreas Nemec gefragt, was er einem innovativen Unternehmer, der einen öffentlichen Auftrag bekommen will, raten würde. Nemec antwortete: “Sie müssen kommunizieren, die Beschaffungsbehörde kontaktieren und für ihre Idee werben!”