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UNO-Kommission: Alle Seiten im syrischen Bürgerkrieg haben Gefangene gefoltert und getötet

Im syrischen Bürgerkrieg haben alle Seiten Gefangene misshandelt und getötet. Auch die Inhaftierungen selbst waren rechtswidrig: Das stellt die

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UNO-Kommission: Alle Seiten im syrischen Bürgerkrieg haben Gefangene gefoltert und getötet

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Im syrischen Bürgerkrieg haben alle Seiten Gefangene misshandelt und getötet. Auch die Inhaftierungen selbst waren rechtswidrig: Das stellt die Syrienkommission des UNO-Menschenrechtsrats fest.

In ihrem Bericht nehmen mögliche Verbrechen der Regierung den meisten Raum ein. So wurden demnach Gefangene getötet oder starben an Folterwunden; aber auch unmenschliche Haftbedingungen spielten eine Rolle. Die Regierung habe damit Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen.

Aber auch Aufständische wie vor allem die IS-Miliz und die Nusrafront sind demnach für Verbrechen an ihren Gefangenen verantwortlich. Dem IS wirft die Kommission ebenfalls Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, der Nusrafront und einigen anderen Gruppen Kriegsverbrechen.

Unter den Aufständischen habe man aber keine systematische Tötung von Gefangenen festgestellt, insbesondere von Zivilisten. In den Fällen von Tötung und Folterung habe es sich hier zumeist um gefangene Soldaten oder Anführer konkurriender Gruppen gehandelt.

Zu den Vorwürfen gegenüber Regierungsgegnern wie dem IS oder der Nusrafront zählen Massenhinrichtungen von Soldaten ebenso wie Hinrichtungen aufgrund von Todesurteilen illegaler Gerichte ohne einen wahren Prozess.

Genauere Angaben seien aber schwierig, auch hier wegen fehlenden Zugangs. Auch erschwere die andauernde Auflösung, Neubildung oder Verschmelzung dieser Gruppen eine Zuordnung von Verbrechen.

Für den Bericht wurden 621 Menschen befragt. Jeder Dritte von ihnen berichtete aus eigener Hafterfahrung, er habe Tötungen dort miterlebt. Andere zum Beispiel waren Menschen, die von der Regierung über den Tod eines Angehörigen benachrichtigt wurden.

Zahlen nannte die Kommission nicht; sie verwies darauf, dass zum Beispiel die syrische Regierung ihr und anderen Menschenrechtsorganisationen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 nie einen Zugang zu den Hafteinrichtungen erlaubt habe.

Im Fall der Regierung gehe man aber davon aus, dass zu jeder Zeit seitdem zehntausende Menschen in Haft gesessen hätten, oft Zivilisten. Tausende seien außerdem in dieser Zeit verschwunden.