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Weiter kein Durchkommen: Syrischer Flüchtlingsstau an der türkischen Grenze

An der türkischen Grenze stauen sich die Flüchtlinge aus dem Norden Syriens, wo in und um die Stadt Aleppo schwere Kämpfe toben. Nach

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Weiter kein Durchkommen: Syrischer Flüchtlingsstau an der türkischen Grenze

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An der türkischen Grenze stauen sich die Flüchtlinge aus dem Norden Syriens, wo in und um die Stadt Aleppo schwere Kämpfe toben.

Nach unterschiedlichen Angaben sind es zwischen zehn- und fünfzigtausend Menschen, die die Türkei aber nicht hineinlässt.

Nur Verwundete werden offenbar ab und zu über die Grenze gelassen, jedenfalls nach Angaben der regierungsnahen türkischen Hilfsorganisation IHH.

Gingen die Kämpfe so weiter, könnten sogar siebzigtausend Syrer zur türkischen Grenze kommen, sagt der türkische Regierungschef Ahmet Davutoğlu.

Trotz der geschlossenen Grenze hob er hervor, man habe die Türen vor den Brüdern in Not nicht geschlossen und werde das auch nicht tun.

Davutoğlu wiederholte damit die Zahl von siebzigtausend, die Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan schon am Wochenende genannt hatte.

Die Haltung der türkischen Regierung bleibt jedoch unübersichtlich: Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte am Sonnabend nach Gesprächen mit EU-Kollegen in Amsterdam gesagt, die Flüchtlinge würden nicht alleingelassen: Man bleibe bei der Politik der offenen Grenze.

Çavuşoğlu sagte jetzt auch, die Türkei habe während der neuen Flüchtlingswelle zehntausend Menschen ins Land gelassen. Dabei bleibt aber unklar, wann genau und wo das gewesen sein könnte.

Vor gut einer Woche waren allerdings einige tausend Menschen über die Grenze gelassen worden, die vor Kämpfen in der Gegend um das syrische Latakia flüchteten. Unter ihnen waren viele Turkmenen, als deren Schutzmacht sich die Türkei sieht.

Der Grenzübergang in Öncüpinar jedenfalls, den die jetzigen Flüchtlinge aus Aleppo vor allem ansteuern, kann zur Zeit nur in Richtung Syrien passiert werden, nämlich von Hilfslieferungen.

Den Flüchtlingen helfen türkische Einrichtungen wie die IHH ebenso wie das Welternährungsprogramm der UNO.

Zweieinhalb Millionen Flüchtlinge aus Syrien hat die Türkei bereits aufgenommen.