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Fünf Jahre nach Umsturz in Ägypten: Ernüchternde Bilanz

Vor fünf Jahren legte in Ägypten der längjährige Machthaber Hosni Mubarak sein Amt nieder. Massendemonstrationen für mehr Demokratie auf dem Kairoer

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Fünf Jahre nach Umsturz in Ägypten: Ernüchternde Bilanz

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Vor fünf Jahren legte in Ägypten der längjährige Machthaber Hosni Mubarak sein Amt nieder. Massendemonstrationen für mehr Demokratie auf dem Kairoer Tahrir-Platz waren dem Rücktritt vorausgegangen. Die Proteste gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit folgten der tunesischen Jasmin-Revolution.

Am 11. Feburar, dem Jahrestag, patroullierten Sicherheitsbeamte durch die Straßen der Hauptstadt, Kundgebungen gab es jedoch nicht.

Die Bilanz der Revolution in den Straßen Kairos fällt ernüchternd aus: “Ich habe mich an der Revolution beteiligt, und Freiheit, soziale Gerechtigkeit und ein Leben in Würde gefordert. Fünf Jahre nach dem Sturz von Mubarak hat sich die Situation nicht verändert, sondern vielleicht sogar verschlechtert”.

Ägypten befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Laut Human Rights Watch soll es bis zu 40.000 politische Gefangene geben, Oppositionellen wird der Prozess gemacht.

Journalistenverbände forderten Reformen im Polizeiapparat. Das einzig Positive, so ein Menschenrechtler, sei dass das Interesse für Politik in der Gesellschaft heute höher ist als vor der Revolution: “Das Positive ist, dass die Ägypter wieder eine enge Verbindung zu ihrem Land empfinden und sich Millionen Menschen für öffentliche Angelegenheiten interessieren – unabhängig davon, ob sie das gegenwärtige Regime unterstützen oder dagegen sind.”

“Am Jahrestag des Rücktritts Mubaraks empfinden viele Ägypter, darunter auch Politiker, dass die Revolution nicht zu Ende ist und dass einschränkende Gesetze, die zu ihr geführt hatten, langsam wieder zurückkehren. Andere sind der Meinung, dass es Zeit braucht, um das alte Regime aus dem Staatsapparat zu entfernen und die Forderungen des Volkes umzusetzen”, so euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim.