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Waffenstillstand: Neue Hoffnung auf Frieden in Syrien?

Auf der Syrien-Konferenz in München haben sich die Teilnehmer auf eine Waffenruhe binnen einer Woche geeinigt. Derzeit erobert die syrische Armee

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Waffenstillstand: Neue Hoffnung auf Frieden in Syrien?

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Auf der Syrien-Konferenz in München haben sich die Teilnehmer auf eine Waffenruhe binnen einer Woche geeinigt. Derzeit erobert die syrische Armee, unterstützt von der russischen Luftwaffe, Aleppo zurück. Zehntausende Zivilisten befinden sich in von Rebellen kontrollierten Teilen der Stadt. RAI berichtet:

Meinung

Wir sind die neue Generation. Wir werden diese Zerstörung wieder aufbauen. Was auch immer passiert: Das Leben ist immer stärker als der Tod.

Aleppo: Eine Stadt in Sicherheit?

Das Kabelgewirr der Generatoren beweist, dass es noch immer keinen Strom gibt. Die Schlange am Wasserhahn heißt, dass Leila es auch heute wieder auf einem Rollstuhl, der größer ist als sie selbst, nach Hause bringen muss.

Noch stehen die Barrikaden überall. Die Gefahr ist nicht beseitigt. Die Wunden, die die Bomben der Luftangriffe des Assad-Regimes hinterlassen haben, klaffen überall. Eine künstliche Normalität, die durch Kontrollpunkte zu noch in Rebellenhand befindlichen Stadtteilen aufrecht erhalten wird.

Aleppo ist auch eines der ersten Industriezentren Syriens. Doch auch das hat der Krieg geändert. Diese Fabrik ist halb zerstört, doch in der anderen Hälfte wurde die Arbeit wieder aufgenommen.
“Es ist wegen der Terroristen”, sagen viele. Die Aufständischen sind bekannt in den regimetreuen Vierteln der Stadt. “Aber das syrische Volk”, so dieser Mann, “ist eins”.

Es sind Kinderhände, die in dieser Fabrik arbeiten. Ihre Beine zu kurz, um die Maschinen zu erreichen. Sie sind die einzigen, die übrig geblieben sind, um diese anstrengende Arbeit zu machen.Kinder wie Ahmed und Mohammed, zwei Brüder, die ihren Vater verloren haben. Sie arbeiten, während sich die Mutter zu Hause um die jüngeren Geschwister kümmert. Zwei Zehnjährige, die sich nicht erinnern, wann sie zuletzt eine Schule besucht zu haben. Was sie machen wollen, wenn sie erwachsen sind, werden sie gefragt. Eine erdrückende Stille ist ihre Antwort.

Krieg heißt: Unterricht muss im Freien stattfinden, aus Angst vor Bombenangriffen, im Schutz der Barrikaden, in sicherer Entfernung zu den Schüssen. Aleppo: Die eine Hälfte der Stadt ist zu einer unsicheren Normalität zurück gekehrt, die andere befindet sich noch immer im Krieg. Diplomatie bleibt hier eine hohle Phrase.

Bombardierung Aleppos sorgt für volle Flüchtlingslager an der türkischen Grenze

Die Vereinten Nationen appellieren an die Türkei, ihre Grenze zu Syrien zu öffnen. Dort suchen zehntausende Flüchtlinge Schutz. Die Türkei hat schon mehr als 2,6 Millionen Syrer aufgenommen, aber Präsident Erdogan schiebt den Riegel vor. Er erwartet mehr Hilfe aus Europa. Das spanische Fernsehen (TVE) berichtet:

Die türkisch-syrische Grenze. Es kommen weiter Zehntausende Flüchtlinge an, allein in den letzten Tagen waren es 30.000, unter ihnen viele Kinder.

“Wir brauchen Kleidung, Nahrung und Medikamente für unsere Kinder,” bittet ein Verletzter. Die türkische Regierung lehnt es ab, die Grenzen zu öffnen, aber es gibt Hilfe für die Flüchtlinge auf der syrischen Seite der Grenze. Hier ist bereits das zehnte Flüchtlingslager entstanden. Unhaltbar nennen die Nichtregierungsorganisationen die Zustände. Und es werde noch schlimmer werden.

“Die Kinder werden krank in der Kälte, wir haben nichts. Wer hilft uns?” ruft diese Syrerin, die vor dem Krieg in ihrem Land floh. Die syrische Armee, die von Russland aus der Luft unterstützt wird, beschießt seit Anfang des Monats Aleppo, die zweitgrößte Stadt des Landes.

Innerhalb von nur vier Monaten hat die Armee die Kontrolle über mehrere Städte zurückerlangt, die in der Hand der Aufständischen waren. Eine Offensive, bei der 500 Menschen innerhalb von nur zehn Tagen starben, und die Tausende in die Flucht trieb. Viele von ihnen harren an der türkischen Grenze aus, ohne das allernötigste. Aber sie leben – und es gibt zumindest ein wärmendes Feuer für alle.

“Die Drahzieher der Schlepperbanden werden niemals festgenommen.”

Die NATO hat eine neues Einsatzgebiet: Das Ägäische Meer. Dort sollen Patrouillen der griechischen und türkischen Küstenwache helfen, kriminelle Netzwerke aufzuspüren die Migranten nach Europa schmuggeln. Tausende ertranken auf der gefährlichen Überfahrt nach Europa, viele von ihnen Kinder, wie der kleine Aylan. Ein Bericht von France 3 aus der Türkei.

Es war am 2. September vergangenen Jahres. Die Bilder vom leblosen Körper des 2-jährigen Aylan gingen um die Welt. Aylan ist vor der türkischen Küste ertrunken, nachdem ein mit syrischen Flüchtlingen überladenes Boot kenterte.

Zwei Schmuggler stehen in Bodrum vor Gericht. Ihnen wird Menschenschmuggel und grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, die dazu geführt habe, dass fünf Passagiere des Bootes ertranken. Die beiden Männer weisen jegliche Verantwortung zurück.

Der Verteidiger der beiden Männer erklärt:
“Die Wahrheit ist: Die Drahzieher dieser Schlepperbanden werden niemals festgenommen. Die, die heute verurteilt werden, sind auch nur Opfer dieser Menschen. Mein Mandant ist Syrer, auch er ist ein Opfer.”

Im letzten Jahr haben mehr als 800.000 Migranten auf dem Weg nach Europa das Mittelmeer überquert. Es ist ein lukratives Geschäft solch gefährlichen Überfahrten zu organisieren; “2015 haben wir 1.700 Schlepper aufgehalten, die meisten von ihnen waren Syrer. Es gab auch Türken, Afghanen und Iraner unter ihnen. “

An diesem Abend wurde der Prozess vertagt, für die beiden mutmaßlichen Schieber stehen 35 Jahre Gefängnis auf dem Spiel.

Liebe mitten im Krieg: Das Leben ist immer stärker als der Tod

Die Erinnerung an Zeiten vor dem syrischen Krieg verblassen. Seit fünf Jahren wütet er und zerstört Leben. Bilder sprechen Bände, zeigen die Spuren der Verwüstung besser als andere Mittel. Aber Bilder sind selten neutral. Eine Reportage von RTS:

Hassan und Nada haben vergangenen Freitag geheiratet. Liebe, mitten im Krieg. Eine Szene wie aus einem Film: die beiden Frischvermählten stehen vor der Kulisse der zerstörten Stadt Homs weniger Stunden verbreiteten sich die Bilder über die sozialen Medien auf der ganzen Welt.

Liebe, doch hier geht es um mehr. Hinter der Kamera verbirgt sich Jafar Meray, ein 22-jähriger, syrischer Fotograf. Nach eigenen Aussagen steht er hinter Baschar al-Assads Regime. Er war es, der den Jungvermählten vorschlug, ihre Hochzeitsfotos vor genau dieser Kulisse zu machen. Er will damit zeigen, dass das Leben in Syrien weiter geht, trotz des Krieges.

Jafar war es auch, der dem Bräutigam vorschlug, für die Fotos die Uniform der syrischen Armee zu tragen. In seinen Augen soll sie symbolisieren, dass die Armee die Menschen vor den Terroristen verteidigt.

Für Jafar Meray ist es nicht die erste Fotosession dieser Art. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht er regelmässig Bilder von Hochzeiten in Homs. Ein ähnliches Set-up, die gleiche Kulisse und Uniform. Seine Botschaft: “Wir sind die neue Generation. Wir werden diese Zerstörung wieder aufbauen. Was auch immer passiert: Das Leben ist immer stärker als der Tod.”

In den Filmen vergeht die Liebe nicht. Und im richtigen Leben?