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Türkei greift Kurden-Stellungen in Nordsyrien an

Seit Monaten schwelt zwischen Ankara und Washington ein Streit über die Rolle von kurdischen Volkseinheiten im syrischen Bürgerkrieg. Die türkische

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Türkei greift Kurden-Stellungen in Nordsyrien an

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Seit Monaten schwelt zwischen Ankara und Washington ein Streit über die Rolle von kurdischen Volkseinheiten im syrischen Bürgerkrieg. Die türkische Armee hat nun im Norden Syriens Gebiete unter kurdischer Kontrolle angegriffen. Dabei wurden laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolou Stellungen der Kurden-Miliz YPG nahe Aleppo beschossen.

Die USA forderten die Türkei auf, die Angriffe einzustellen.

Die Partei der Demokratischen Union (PYD), deren bewaffneter Arm die YPG sind, gilt als Verbündeter des Westens im Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien. Die PYD gilt zudem als syrischer Ableger der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Ankara stuft die PYD als Terrororganisation ein. Sie sei ein “Arm des syrischen Regimes” so Ministerpräsident Ahmet Dovutoglu. “Die PYD greifen syrische Zivilisten an, in Kooperation mit Russland und dem syrischen Regierungstruppen. Sie greifen Kurden, Araber und Turkmenen an, weil sie anders denken. Wir werden unseren Brüdern in Aleppo mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln helfen. Wir nehmen Hilfsbedürftige auf doch niemals werden wir eine ethnische Säuberung in Aleppo zulassen”, so Davutoglu.

Zu den Angriffen des türkischen Militärs kam es nahe der Stadt Asas, nördlich von Aleppo und nur rund 13 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) sollen die Region nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London, erst vor wenigen Tagen eingenommen haben.

In der Provinz Aleppo läuft derzeit eine Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen Aufständische. Unterstützung kommt dabei durch Luftangriffe des russischen Militärs.

Die Türkei hatte zuletzt eine Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ins Gespräch gebracht. Eine ähnliche Überlegung kam aus Saudi-Arabien.

Russland und die USA schließen einen derartigen Einsatz bislang aus.