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UN-Bericht: Zahl ziviler Opfer in Afghanistan steigt

Im ersten Jahr nach Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan hat die Zahl der zivilen Opfer einen neuen Höchststand erreicht. Die Vereinten

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UN-Bericht: Zahl ziviler Opfer in Afghanistan steigt

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Im ersten Jahr nach Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan hat die Zahl der zivilen Opfer einen neuen Höchststand erreicht. Die Vereinten Nationen verzeichneten 2015 mehr als 3500 Tote und fast 7500 Verletzte, das sind vier Prozent mehr als im Jahr zuvor.

So beobachte man vermehrt gezielte Morde an Zivilisten wie Gemeindeführern, Richtern, Regierungsmitgliedern und Mullahs, so Danielle Bell, die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN-Mission UNAMA bei der Vorstellung des Zivilopferberichts.

“Die meisten Zivilisten wurden bei Bodengefechten getötet oder verletzt, dicht gefolgt von Bombenexplisionen und Selbstmordanschlägen. Zusammen mit den gezielten Tötungen sind diese Taktiken für 90 Prozent der zivilen Opfer verantwortlich”, sagte Bell in Kabul.

Erschreckend auch: Besonders stark stieg die Opferzahl bei Frauen und Kindern. Jedes vierte Todesopfer sei ein Kind. Auch würden wieder häufiger Frauen von Taliban exekutiert oder ausgepeitscht.

Mehr als 60 Prozent der zivilen Opfer gehen laut dem UN-Bericht auf das Konto der Taliban.