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Jetzt im Kino: "Grüße aus Fukushima" von Doris Dörrie

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Jetzt im Kino: "Grüße aus Fukushima" von Doris Dörrie

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Fünf Jahre nach dem Atomreaktorunfall von Fukushima befasst sich die deutsche Filmemacherin Doris Dörrie auf eindringlich Weise mit den Auswirkungen

Fünf Jahre nach dem Atomreaktorunfall von Fukushima befasst sich die deutsche Filmemacherin Doris Dörrie auf eindringlich Weise mit den Auswirkungen der Katastrophe. Ein Das Schwarz-Weiß-Drama das berührt und doch Hoffnung macht.

Meinung

Ich wollte wissen, wie fühlt sich das an, wenn alles radioaktiv ist und man weiß nicht, wie man sich verhalten soll, wenn alles weg ist, was vorher war. Wie fühlt sich das an?

Grüße aus Fukushima, vorgestellt auf der jüngsten Berlinale, handelt von einer jungen Deutschen auf der Sinnsuche, die nach Japan fährt, um den Menschen in Fukushima zu helfen.

Dörrie hat seit Jahren eine enge Beziehung zu Japan. Ihr preisgekrönter Film “Kirschblüten – Hanami” spielt zum Teil dort. Die Idee zum neuen Film entstand, als sie wenige Monate nach der Katastrophe in die Unglücksregion reiste.

Doris Dörrie: “Ich wollte wissen, wie fühlt sich das an, wenn alles radioaktiv ist und man weiß nicht, wie man sich verhalten soll, wenn alles weg ist, was vorher war. Wie fühlt sich das an? Das war mir sehr wichtig, physisch, das am eigenen Leib zu spüren, sonst kann ich auch nicht darüber erzählen”

Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wollte Dörrie Solidarität mit den Menschen in Japan zeigen. Gibt es auch einen Bezug zur aktuellen Flüchtlingskrise?

Doris Dörrie: “Ja, der ist schon sehr groß. Also hier geht es um Leute, die alles, was sie haben, durch eine Katastrophe verloren haben in Fukushima. Und zu uns kommen Flüchtlinge, die auch alles verloren haben. Und uns fehlt, glaube ich, oft die Vorstellung dafür, was es bedeutet, wenn man im Gepäck so viele Geister hat.

Und die Geister sind natürlich die Menschen, die man verloren hat, die man vermisst. Aber es sind auch die Geschmäcker, die Erinnerungen, die Bilder von zu Hause, also alles, was nicht mehr vorhanden ist, im eigenen Leben und dass jeder Flüchtling, der zu uns kommt, dieses große Gepäck mit sich bringt. Das ist etwas, das müssen wir auch einfach trainieren, sich das vorzustellen und mitzufühlen.”

Der Film legt den Schwerpunkt auf die Begegnung zwischen der jungen, perspektivlosen Frau und einer störrischen alten Japanerin, der letzten Geisha von Fukushima, die unbedingt in ihr Haus in die Sperrzone zurück will.

Darstellerin Rosalie Thomass war beeindruckt von der Zusammenarbeit mit Doris Dörrie.

Rosalie Thomass: “Doris Dörrie lässt einen wahnsinnig frei sein. Ich kann mir vorstellen, dass es Kollegen gibt, denen das vielleicht gar nicht gut gefällt. Mir hat das sehr gut gefallen. Also, als wir uns erst mal verständigt hatten über die Figur, die ich da spiele, hat sie mir so viel Freiraum gelassen und mich wirklich tanzen lassen. Dadurch, dass es auch sehr viele dokumentarische Elemente gibt, gibt es ja gar keine andere Chance, als dass der Schauspieler sich selbst überlassen ist, und ich fand das herrlich.”

“Grüße aus Fukushima” wurde auf der Berlinale mit dem Preis des Internationalen Verbandes der Filmkunsttheater und dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnet. Und ist ab sofort in den deutschen Kinos zu sehen.