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Saudische Kampfjets und Bodentruppen - Syrien droht ein Flächenbrand

Saudi-Arabien hat Kampfjets auf die türkische Luftwaffenbasis Incirlik verlegt. Damit will Riad die internationale Militärkoalition gegen den

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Saudische Kampfjets und Bodentruppen - Syrien droht ein Flächenbrand

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Saudi-Arabien hat Kampfjets auf die türkische Luftwaffenbasis Incirlik verlegt. Damit will Riad die internationale Militärkoalition gegen den sogenannten Islamischen Staat unterstützen.

Meinung

Es gibt die Möglichkeit, den sogenannten Islamischen Staat mit zusätzlichen Truppen am Boden zu bekämpfen.

Der saudische Außenminister Adel Al-Jubeir machte klar, dass eine Zukunft für den syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad damit nicht vorgesehen sei. Sollte jedoch die US-geführte Koalition sich für den Einsatz von Bodentruppen in Syrien entscheiden, dann wäre das Königreich Saudi-Arabien darauf vorbereitet teilzunehmen und diese Truppen mit Spezialeinheiten zu unterstützen, so Adel Al-Jubeir.

Bisher galt die Entsendung von internationalen Bodentruppen als unwahrscheinlich. Doch der syrische Bürgerkriegskonflikt entwickelt sich mehr und mehr zu einem Schlachtfeld regionaler Mächte und historischer Verbündeter.

Beim Treffen zu Syrien in München erklärte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew, dass niemand einen neuen Krieg wolle. Eine Bodenoffensive wäre ein langer Krieg, im großen Stil, das müsse man bedenken. Die USA schließen den Einsatz von Bodentruppen mittlerweile nicht mehr aus.

Seit fünf Jahren verhärtet sich der Konflikt in der Region. Unter dem Einfluss der verschiedenen Bündnisse gerät die geopolitische Lage immer weiter in Gefahr: Ein Nährboden, auf dem alte Interessen und alter Hass wieder aufblühen.

Zu Beginn des Konflikts bekämpften die Truppen des Assad-Regimes Rebellen der freien syrischen Armee. Doch dann betraten weitere Akteure die Bühne des Konflikts, zuerst innerhalb der Rebellengruppen. Dann, durch die Formierung des sogenannten Islamischen Staats, durch die kurdischen Perschmerga.

Während die Armee Assads gegen alle Gruppierungen kämpft, gehen die Kurden ausschließlich gegen den sogenannten Islamischen Staat vor. Die Rebellen wiederum werden von den Kurden unterstützt.

Eine sehr komplexe Situation, die mit dem Eingreifen der Großmächte ad absurdum geführt wurde: USA, Russland, Türkei, Iran und Saudi-Arabien. Zwar haben alle einen gemeinsamen Feind, den sogenannten Islamischen Staat und kämpfen in der von den USA angeführten internationalen Koalition. Tatsächlich folgen aber alle ihren eigenen Interessen.

Russland bombardiert als Alliierter Syriens vor allem die Rebellen. Die Türkei bekämpft die verhassten Kurden, deren Ausbreitung sie befürchtet. Ein indirekt geführter Krieg, der von einer Vielzahl von Interessen und Konflikten gespeist wird. Hochgradig gefährlich und mit kaum kalkulierbaren Folgen.

Wenn die Türkei – wie angedroht – Bodentruppen schickt und in russische Bombardements gerät oder saudische Einheiten plötzlich iranischen Truppen gegenüberstehen, dann droht ein Flächenbrand – für die ganze Region.