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Russland und drei wichtige OPEC-Mitglieder wollen Ölförderung deckeln und Preise stabilisieren

Russland und drei wichtige Mitglieder des Ölkartells OPEC wollen die Ölförderung begrenzen und so den massiven Preisverfall stoppen. Der Ölpreis ist

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Russland und drei wichtige OPEC-Mitglieder wollen Ölförderung deckeln und Preise stabilisieren

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Russland und drei wichtige Mitglieder des Ölkartells OPEC wollen die Ölförderung begrenzen und so den massiven Preisverfall stoppen. Der Ölpreis ist in den vergangenen 18 Monaten wegen des riesigen Angebots um rund drei Viertel eingebrochen.

Meinung

Wir wollen keine verrückt schwankenden Preise. Wir wollen einen stabilen Ölpreis

Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar gedeckelt werden, sagte der saudische Ölminister Ali al-Naimi nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Venezuela und Katar.

Ali al-Naimi, Saudi-Arabiens Ölminister:

“Wir wollen keine verrückt schwankenden Preise. Wir wollen nicht weniger Angebot. Wir wollen die Nachfrage befriedigen, und wir wollen einen stabilen Ölpreis.”

“Wir glauben, dass dieser Schritt den Markt stabilisieren wird”, so Mohammed bin Saleh al-Sada aus Katar. Die Vereinbarung sei jedoch davon abhängig, dass sich andere Produzenten ihr anschlössen.

Am Ölmarkt wurde nicht damit gerechnet, dass es bald zu einer Begrenzung des Angebots kommt. Der Ölpreis gab daraufhin einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab.

Zeitweise kostete der Rohstoff weniger als 30 Dollar je Fass, das ist so wenig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Aktuell kostete ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent knapp 34 Dollar, 1,5 Prozent mehr als am Tag zuvor.

Laut Energieagentur IEA förderte Saudi-Arabien im Januar 10,2 Millionen Barrel pro Tag. Das ist etwas weniger als der Höchstwert vom Juni 2015 – 10,5 Millionen Barrel. Russland hat nach offiziellen Zahlen gleichzeitig fast 10,9 Millionen Barrel pro Tag produziert, ein post-sowjetischer Rekord.

Die Minister wollen sich nun um weitere Förderländer bemühen.

Am Mittwoch will der venezolanische Ressortchef Eulogio Del Pino in die iranische Hauptstadt Teheran reisen. “Wir werden dort mit den Ministern aus dem Iran und dem Irak sprechen”, sagte er. Venezuela steckt wegen des Ölpreisverfalls in finanziellen Schwierigkeiten. Fachleute befürchten, dass die Regierung in Caracas Probleme mit der Rückzahlung von Anleihen bekommen könnte. Das Land pocht schon seit längerem auf ein gemeinsames Vorgehen der Opec-Staaten, um den Preisverfall zu stoppen. Del Pino sagte, er hoffe, dass der Ölminister von Katar mit ihm nach Teheran reisen werde.

Nach dem Ende der westlichen Sanktionen meldet sich der Iran gerade zurück auf dem Ölmarkt. Auch der Irak hatte zuletzt seine Förderung ausgeweitet.

Im Dezember hatten sich die 13 OPEC-Staaten nicht auf geringere Fördermengen einigen können. Die Billig-Ölschwemme soll auf Betreiben Saudi-Arabiens vor allem US-amerikanisches “Fracking”-Öl aus dem Markt drängen. Dessen Förderung lohnt sich nur bei Ölpreisen ab 50 bis 80 Dollar je Barrel. Die teuren Bohrungen sind mit Krediten von mehr als 224 Milliarden Euro finanziert. Bei einer Pleitewelle fürchten Finanzexperten einen Finanzcrash.

Sigrid Ulrich mit Reuters

“Wir wissen jetzt, dass vier große Spieler auf dem Markt bei der Fördermenge zusammenarbeiten wollen”

Oleksandra Vakulina, euronews:

“Über Gründe und Konsequenzen sprechen wir mit Nour Eldeen Al-Hammoury, Chef-Marktstratege bei ADS-Securities in Abu Dhabi. Nour, zunächst einmal möchte ich Sie bitten, etwas über den Zeitpunkt zu sagen. Die Ölpreise fallen seit mehr als einem Jahr, warum dieser Preisstützungsversuch jetzt ?”

Nour Eldeen Al-Hammoury, ADS-Securities, Abu Dhabi:

“Ich meine, die Produzenten sind immer davon ausgegangen, dass Öl aufgewertet wird, wenn die Weltwirtschaft in Fahrt kommt und durch den Winter in der nördlichen Hemisphäre die Nachfrage steigt. Aber das ist nicht passiert. Sie wissen jetzt, dass sie handeln müssen. Den globalen Abschwung können sie nicht beeinflussen, aber sie können zusammen am Angebot und an Mindestpreisen arbeiten. Dies ist der erste Schritt, dieses Treffen war notwendig. Wir meinen, dass der Beginn des Dialogs positiv ist.”

euronews:

“Und die Folgen? Im Moment haben vier Ölproduzenten vereinbart, die Fördermenge einzufrieren. Ist eine Verringerung des Angebots tatsächlich in absehbarer Zeit in Sicht… und welches Signal schickt dieser Schritt an die Märkte?”

Nour Eldeen Al-Hammoury, ADS-Securities, Abu Dhabi:

“Der erste Schritt ist getan. Wir wissen jetzt, dass vier große Spieler auf dem Markt bei der Fördermenge zusammenarbeiten wollen. Wir hatten von diesem Treffen keine Verringerung der Liefermengen erwartet, aber es zeigt, wie es weitergehen könnte. Jeder weiß, im Moment gibt es keine Alternative zu Öl. Also scheint das Management des Angebots der beste Weg, einen korrekten Marktpreis zu bekommen.

Also ist das ein positives Signal an den Markt. Ich bin nicht überrascht, dass die Preise erst mal gefallen sind. Wir setzen aber auf die weitere Zusammenarbeit und Initiativen der OPEC und der meisten Hersteller.”