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Ryanair bringt gut drei Millionen Touristen mehr nach Athen - und kann vor Kraft kaum fliegen

Europas größter Billigflieger Ryanair wollte schon mal Mitte 2015 griechische Bürger zwei Wochen lang gratis im Inland befördern, wenn die Regierung

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Ryanair bringt gut drei Millionen Touristen mehr nach Athen - und kann vor Kraft kaum fliegen

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Europas größter Billigflieger Ryanair wollte schon mal Mitte 2015 griechische Bürger zwei Wochen lang gratis im Inland befördern, wenn die Regierung auf Beförderungsgebühren verzichtet – die Schuldenkrise sei eine “Tragödie”. Aber die Regierung in Athen spielte nicht mit. Jetzt verkündete Ryanair-Chef Michael O’Leary einen “Rekord-Winterflugplan 2016” für Athen, mit den gewohnten Seitenhieben.

Meinung

Ja, wir glauben an das Land. Aber das heißt nicht unbedingt, dass wir die Wirtschaftspolitik gut finden

Michael O’Leary, Ryanair-Vorstandschef:

“Ryanair hat in Athen investiert und auch in viele der griechischen Inseln und wir wachsen stark hier auf dem Markt. Die Nachfrage aus ganz Europa ist erheblich, die Leute wollen Athen sehen und Griechenland besuchen.

Ja, wir glauben an das Land aber, wissen Sie, das heißt nicht unbedingt, dass wir die Wirtschaftspolitik gut finden. Vor allem die hohen Steuern auf den Tourismus sind schlecht für den griechischen Tourismus und die griechischen Arbeitsplätze, dabei hat das Land, diese sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit.”

Ryanair kontert mit sechs neuen Flugrouten von und nach Athen, darunter Bukarest (täglich), Sofia (täglich), Mykonos (täglich), Bologna (4x pro Woche), Malta (3x pro Woche) und Dublin (2x pro Woche). Das soll jährlich 3.4 Millionen Kunden zusätzlich ins Land schaufeln.

Vor allem in diesen Nebenrouten sieht O’Leary Riesenschancen für seine Firma.

Michael O’Leary:

“Der Markt zersplittert gerade. Langstreckenflüge gehen weiterhin über die großen Knotenpunkte wie Paris, London und Frankfurt. Aber Kurzstrecken oder gezielte Verbindungen im griechischen Inland oder innerhalb Europas, von London nach Athen oder von Santorin nach Rom, sie sind in den nächsten fünf oder zehn Jahren die Sache von Ryanair.”

Ryanair hat im Quartal bis Ende Dezember 24,9 Millionen Fluggäste befördert, ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. Der Gewinn hat sich im abgelaufenen Quartal dank niedriger Kerosinpreise mehr als verdoppelt. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember stand unter dem Strich ein Überschuss von 103 Millionen Euro nach 49 Millionen ein Jahr zuvor.

su mit Symela Touchtidou, dpa