Eilmeldung

Eilmeldung

Teurer Ausstieg aus EU: Britische Wirtschaft fürchtet Konsequenzen eines Brexit

Die britische Wirtschaft könnte bald an Fahrt verlieren. Während David Cameron in Brüssel ist, um einen Deal mit den EU-Verantwortlichen

Sie lesen gerade:

Teurer Ausstieg aus EU: Britische Wirtschaft fürchtet Konsequenzen eines Brexit

Schriftgrösse Aa Aa

Die britische Wirtschaft könnte bald an Fahrt verlieren.

Meinung

Unsere Fässer kommen aus den Niederlanden, unsere Flaschen aus Belgien und unser Honig aus Spanien. Fast unsere ganze Lieferkette ist mit Europa verbunden.

Während David Cameron in Brüssel ist, um einen Deal mit den EU-Verantwortlichen auszuhandeln, der die Briten zum Verbleib in der EU bewegen soll, sind die britischen Unternehmer verunsichert.
Viele befürchten durch einen EU Austritt wirtschaftliche Einbußen, einige sehen aber auch durchaus Vorteile.

Ein Fahrzeughändler berichtet, dass durch einen EU Austritt viele Vorschriften wegfallen würden. Die Beziehungen zu europäischen Händlern glaubt er, würden jedoch nicht betroffen.

Bis spätestens 2017 – so hat es der britische Premierminister Cameron angekündigt – wird das Volk in einem Referendum über den Verbleib in der EU abstimmen dürfen.

Im britischen Parlament liefern sich die Abgeordneten derzeit kritische Debatten zum Für und Wider eines Brexits

Der konservative Abgeordnete Steven Baker – der für den Brexit kämpft – sieht den Vorteil, im Fall eines Brexit Ausgaben besser zu kontrollieren und in Prioritäten investieren zu können.

Der Labour-Abgeordnete Stephen Kinnock hält einen Ausstieg aus der EU vor allem aus Investitionssicht für sehr schlecht. Viele globale Firmen investierten in Großbritannien, weil es ein englischsprachiger Markt sei, aber auch, weil Großbritannien als EU Mitglied Zugang zu einem noch viel größeren Markt von 500 Millionen Verbrauchern biete.

Mehreren Wirtschaftsstudien zufolge wäre im Fall eines EU-Austritts der Schaden für die britische Wirtschaft erheblich.

Durch den Anstieg der Import- und Exportkosten könnte bis zum Jahr 2030 das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 3 Prozent geringer ausfallen.
Berücksichtigt man Investitionsverluste, sehen die Zahlen noch dramatischer aus.

Auch in einer Londoner Kleinbrauerei sieht man einen möglichen Brexit kritisch.
Seit 2 Jahren wird hier erfolgreich Bier gebraut – mit 200 000 Pfund Jahresumsatz. Die Rohstoffe kommen aus Europa, das Endprodukt ist für die europäischen Märkte.
Besitzer Tom Gosnell sieht das britische Vorgehen in Brüssel mit Misstrauen.

Denn seine Fässer kommen aus den Niederlanden, die Flaschen aus Belgien und der Honig aus Spanien. Fast die ganze Lieferkette des Unternehmens ist mit Europa verbunden. Hinzu kommt: es wird nach Italien exportiert und weitere Märkte in Europa werden anvisiert. Ein Brexit wäre in dieser Hinsicht durchaus ein Risiko, meint Gosnell.

Wenn die EU Chefs bei den Verhandlungen in den nächsten Tagen in Brüssel auf die britischen Forderungen eingehen, will Cameron für den Verbleib Großbritanniens in der EU werben.

Das Referendum über einen Austritt der Briten würde dann möglicherweise schon im Sommer abgehalten werden.