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Aleppo: Bericht vom Schlachtfeld

Gefechtslärm gehört in Aleppo zur alltäglichen Geräuschkulisse. Mit einer Offensive versucht die syrische Armee, in der Region wieder vollständig die

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Aleppo: Bericht vom Schlachtfeld

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Gefechtslärm gehört in Aleppo zur alltäglichen Geräuschkulisse. Mit einer Offensive versucht die syrische Armee, in der Region wieder vollständig die Kontrolle zu gewinnen und macht dabei der syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge große Fortschritte. Unterstützung erhalten die syrischen Soldaten unter anderem von der russischen Luftwaffe, die nach eigenen Angaben nur Terroristenstellungen attackiert.

Von Menschenrechtsorganisationen befragte Flüchtlinge berichteten, in der Region sei auch Streumunition eingesetzt worden: Von wem, ist unklar. Fest steht, dass mehrere an dem Konflikt beteiligte Länder das Übereinkommen über Streumunition nicht unterzeichnet haben.

In die Gefechte in und um Aleppo sind vier Parteien involviert: Die syrische Armee, die die Stadt beinahe umzingelt hat. Die syrischen Rebellen halten noch Teile der Stadt und kontrollieren das westliche Umland. Im Nordwesten stehen kurdische Kampfverbände, die Stellungen der Miliz Islamischer Staat liegen im Osten.

Und mittendrin befindet sich die Zivilbevölkerung. Die meisten Flüchtlinge versuchen, nach Norden zu gelangen. Fast 60.000 Vertriebene halten sich nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit an der syrisch-türkischen Grenze auf, die rund 60 Kilometer von Aleppo entfernt liegt. Die Infrastruktur in der Stadt und umliegenden Ortschaften sei aufgrund der anhaltenden Kämpfe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, berichten UNO-Mitarbeiter.

Ein dänisches Kamerateam des Senders TV2 begleitete in Aleppo den ehemaligen Fremdenführer Muhamed Al-Khousi und dokumentierte das Ausmaß der Zerstörung. In der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, hat der Krieg erhebliche Spuren hinterlassen.

“Ich bin wirklich schockiert”, sagt Al-Khousi. “Seit fünf Jahre war ich nicht in Aleppo. Schauen Sie sich an, wie es hier jetzt aussieht.” Ein Anblick, der für den Syrer nur schwer zu ertragen ist…