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Eagles of Death Metal geben Gedenkkonzert in Paris

Die Rockband Eagles of Death Metal (EODM) ist drei Monate nach den Anschlägen in Paris wieder in der französischen Hauptstadt aufgetreten. Am 13

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Eagles of Death Metal geben Gedenkkonzert in Paris

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Die Rockband Eagles of Death Metal (EODM) ist drei Monate nach den Anschlägen in Paris wieder in der französischen Hauptstadt aufgetreten. Am 13. November vergangenen Jahres stand die Band gerade auf der Bühne des Musikclubs Bataclan, als die Islamisten zuschlugen. Da das Bataclan seither geschlossen ist, traten die Rocker nun im “Olympia” auf. Gleich zu Beginn unterbrachen sie einen der ersten Songs für eine 89-sekündige Stille. 89 Sekunden zum Gedenken an die 89 Menschen, die an dem Abend von den Islamisten im Bataclan ermordet wurden; ein an dem Abend verwundetes Oper starb später, daher ist auch von 90 Bataclan-Opfern die Rede.

Meinung

Es war wunderbar.

Die Band hatte alle Besucher des Konzerts, bei dem der Anschlag passierte, eingeladen. Für Überlebende und Angehörige der Opfer waren Psychologen vor Ort. Auch die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch. Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher.


Überlebende unter den Gästen

Ein Zuschauer sagte: “Viele Leute hatten Krücken, ich nehme an, das waren Menschen, die verletzt wurden, als es im November passierte.”

Ein Überlebender berichtete: “Die Show war perfekt, es war wunderbar. Ich war am 13. November da. Am Anfang war es schwierig, aber mit der Show wurde es ein guter Abend, wir alle weinten ein bisschen, ich hab einige in der Menge weinen gesehen, aber es war wirklich schön.”

Das Bataclan soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden. Dann wollen die Eagles die ersten sein, die auf der neuen Bühne stehen. Am Donnerstag ist die Band in der Münchner Tonhalle zu sehen.

EODM-Sänger für privaten Waffenbesitz

Für Aufsehen hatte unterdessen eine Aussage von Jesse Hughes, dem Sänder der Band, gesorgt. Vor dem Konzert hatte er einem französischen Fernsehsender gegenüber gesagt, solange es Waffen gebe, müsse vielleicht jeder eine Waffe tragen. Und er stellte die rhetorische Frage: “Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?” Hätte er am 13. November eine Waffe gehabt, hätte er etwas ändern können, so Hughes, der Mitglied der US-amerikanischen Waffenlobby NRA ist. Politisch positioniert sich Hughes am rechten Rand der US-amerikanischen Republikaner. Früher ware er Redenschreiber dieser Partei, und er ist ein Anhänger des frühere Präsidenten George W. Bush, dessen Irak-Invasion er nach wie vor für richtig hält. Obama bezeichnete er als Schwanzlutscher.

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung Le Monde allerdings als “absurd”. Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im “Bataclan” das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. “Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen”, sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme.

Am Abend des “Bataclan”-Auftritts hatten weitere Attentäter fast zeitgleich auch an verschiedenen Bars und Restaurants in Paris sowie am Fußballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 unschuldige Menschen.



Website der Band
Bericht aus Le Monde
Bericht von iTélé
Interview mit Hughes bei motor.de
Website des Bataclan