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Iran lehnt Einfrieren von Ölfördermengen ab: «Wir waren sanktioniert, uns trifft am Preisverfall keine Schuld»

Der Iran hat vor Gesprächen mit anderen Ölproduzenten Pläne abgelehnt, die Fördermengen einzufrieren. Irans Ölförderung solle vielmehr weiter

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Iran lehnt Einfrieren von Ölfördermengen ab: «Wir waren sanktioniert, uns trifft am Preisverfall keine Schuld»

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Der Iran hat vor Gesprächen mit anderen Ölproduzenten Pläne abgelehnt, die Fördermengen einzufrieren.

Meinung

Auf dem Markt herrscht Überangebot. Andererseits wird der Iran seinen Produktionsanteil nicht aufgeben

Irans Ölförderung solle vielmehr weiter gesteigert werden, so der Opec-Gesandte des Landes, Mehdi Asali, Medien (Tageszeitung “Shargh”) gegenüber – bis das Produktionsniveau vor den Atomsanktionen wieder erreicht sei.
“Vom Iran zu verlangen, seine Ölfördermenge einzufrieren, ist unlogisch.”

Die Länder, die ihre Produktion seit 2011 hochgefahren und damit die Öl-Preise in den Keller geschickt hätten, könnten nun nicht erwarten, dass der Iran dafür den Preis bezahle. «Wir waren ja damals sanktioniert, uns trifft am Preisverfall keine Schuld», so Assali.

Bijan Namdar Zanganeh, iranischer Ölminister :

“Auf dem Markt herrscht Überangebot. Andererseits wird der Iran seinen Produktionsanteil nicht aufgeben.”

Die Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela hatten sich darauf verständigt, die Produktion auf Januar-Niveau einzufrieren. Damit wollen sie den Verfall
der Ölpreise eindämmen, die seit Mitte 2014 um bis zu 70 Prozent eingebrochen sind. Das Abkommen von Doha greift aber nur, wenn auch andere große Öl-Länder mitmachen.

Nach jahrelanger Talfahrt der Ölpreise wäre dies das erste globale Abkommen zur Ölförderung seit 15 Jahren.

Analystin Ipek Ozkardeskaya, London Capital Group (LCG), London:

“Ich meine, dass der Iran Druck auf Saudi-Arabien macht, um weiter tun zu können, was er vorhatte, bevor die Preissituation so heiß wurde. Ich glaube nicht, dass der Iran in absehbarer Zeit bereit ist, aus dem Spiel auszusteigen, bevor er wieder richtig drin war.”

Die Ölminister Venezuelas, Katars und des Irak sind nach Teheran gereist, um mit ihrem iranischen Kollegen über eine Förderbegrenzung zu beraten.

Wie – und ob überhaupt – das Land an der Umsetzung mitwirken werde oder nicht, ließ Teherans Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh anschließend offen.

«Wir haben das Treffen in Doha hier in Teheran noch einmal besprochen und begrüßen und unterstützen die Entscheidung», sagte er nach den Beratungen.

Die Beschlüsse zwischen einigen Staaten des Ölkartells OPEC und dem Nicht-OPEC-Land Russland seien ein guter Beginn für eine Stabilisierung der Preise am Ölmarkt. Bei dem Treffen habe er auch die iranische Situation nach der Aufhebung der Sanktionen erläutert. «Die Einstellung der Kollegen diesbezüglich war pragmatisch», sagte der Minister (laut Nachrichtenagentur Shana).

Nach dem Ende westlicher Sanktionen im Zusammenhang mit Irans Atomprogramm meldet der sich gerade auf dem Ölmarkt zurück.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben signalisiert, angesichts des gemeinsamen Interesses an einer Stabilisierung der Ölmärkte für eine Kooperation offen zu sein. Kuwait zeigte sich dazu ebenfalls bereit – unter der Voraussetzung, dass dies auch von anderen Ölproduzenten getragen wird.

su mit Reuters