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ESA Satellit Sentinel-3A: Erdbeobachtung der Superklasse


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ESA Satellit Sentinel-3A: Erdbeobachtung der Superklasse

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Start des ESA Satelliten Sentinel-3A im russischen Plesetsk.
Der Umweltsatellit der Europäischen Weltraumagentur soll täglich große Mengen Daten über Meere und Landmassen der Erde sammeln und das in Echtzeit.

Sentinel-3A ist der dritte Wächter-Satellit einer Serie aus dem Copernikus Weltraumüberwachungsprogramm. Ein weiterer, Sentinel-3B, soll folgen.

Der Direktor des Erdüberwachungsprogramms der ESA Volker Liebig erklärt: “Die Sentinel-Satelliten sind unsere Wächter im Weltraum. Es sind Satelliten, die unseren Planeten beobachten. Sentinel-3 gibt uns, wenn Sie so wollen, ein größeres Bild. Das heißt, die Instrumente an Bord haben eine geringere Auflösung, aber dafür haben wir jeden Tag den aktuellen Status unseres Planeten.”

Die Daten sollen helfen, Veränderungen auf der Erde zu beobachten. Die Verschmutzung der Ozeane, die Chlorophyllverteilung oder Temperaturschwankungen der Meeresoberfläche und die Eisdicke. Die Beobachtung von Landflächen soll einen besseren Überblick über die Landnutzung und Vegetation ermöglichen.

Dazu Volker Liebig: “Was wir mit den Sentinel-Satelliten erreichen wollen, ist das, was wir vor etwa 35 Jahren in der Meteorologie versucht haben. Wir haben ein operationelles Satellitensystem aufgebaut, um die Vorhersagen zu verbessern. Und das ist es auch, was wir mit Copernikus vorhaben, aber diesmal für die Umwelt und für die zivile Sicherheit.”

Sentinel-3A hat 4 Erdobservierungsinstrumente an Bord, die detaillierte Daten von bisher nicht gekannter Vielfalt liefern werden. Damit kann auf den Millimeter genau der Anstieg des Meeresspiegels gemessen werden, aber auch Strömungen wie der El Niño.

Mit weiteren Geräten können Verschmutzungen identifiziert und Algenwachstum erkannt werden.
Gemessen werden aber auch Veränderungen der Landoberfläche auf der Erde, zum Beispiel wo sich Megacitys weiter ausdehnen, wo es Veränderungen des Waldes und landwirtschaftlicher Flächen gibt.

Über Land werden die Sentinel-3A-Instrumente wichtige Informationen über den Zustand der Vegetation liefern. Dazu werden Variablen wie Blattflächenindex und der Anteil der Chlorophyllverteilung auf der Erde gemessen.

Der Direktor des Erdüberwachungsprogramms der ESA, Volker Liebig erklärt, damit solle ein Beitrag geleistet werden, um in Zukunft Nahrung abzusichern. Dazu sei ein Instrument an Bord, das ermöglicht, Vorhersagen über eine zu erwartende Ernte zu treffen.

Nach einer Testphase, die sicherstellt, dass alle Instrumente des Satelliten korrekt arbeiten, soll die eigentliche Operation nach fünf Monaten beginnen. Dann wird der Satellit alle 23 Tage einen kompletten Datenbericht der Erdoberfläche liefern und das praktisch in Echtzeit.

Nach nur drei Stunden werden diese Daten allen Nutzern zur Verfügung stehen, nicht nur den mit Copernikus verbundenen Programmen, sondern allen Interessierten. Über das Internet können sie frei und kostenlos heruntergeladen werden.

Um Klimaveränderungen zu beobachten oder vorherzusagen, werden die Daten von entscheidender Bedeutung sein. Und sie werden im Rahmen der Berichterstattungspflicht des im Dezember in Paris unterzeichneten Klimavertrags allen Nationen helfen, ihre Berichte auf Basis neuester Daten zu erstellen.

Für jede Sentinel-Mission gibt es zwei Satelliten, die die Erde versetzt auf einer identischen Umlaufbahn umkreisen. Sentinel-3B wird voraussichtlich 2017 starten.

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