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Folgen des Zika-Virus: Papst weicht Verhütungsverbot auf

Die Ablehnung der katholischen Kirche gegenüber Schwangerschaftsverhütung gerät einmal mehr ins Wanken. Jetzt ließ Papst Franziskus durchblicken

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Folgen des Zika-Virus: Papst weicht Verhütungsverbot auf

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Die Ablehnung der katholischen Kirche gegenüber Schwangerschaftsverhütung gerät einmal mehr ins Wanken. Jetzt ließ Papst Franziskus durchblicken, dass er Verhütung in Ausnahmefällen für eine legitime Option hält.

Meinung

Das Vermeiden einer Schwangerschaft ist kein absolutes Übel

“Das Vermeiden einer Schwangerschaft ist kein absolutes Übel”, sagte der Papst auf einem Rückflug von Mexiko. Konkret ging es ihm dabei um die Folgen des Zika-Virus für Neugeborene. Das Virus, das sich derzeit in Südamerika ausbreitet, wird für schwere Schädelfehlbildungen bei Babys von infizierten Müttern verantwortlich gemacht.

Eine Abtreibung lehnt Franziskus jedoch weiterhin strikt ab. Sie sei nicht “das kleinere Übel, sondern ein Verbrechen”, sagte der Papst und verglich Abtreibungen mit den Morden der Mafia.

Das Zika-Virus breitet sich unter anderem in Brasilien aus. Dort hat die Epidemie nach Angaben von Ärzten bereits vermehrte Abtreibungen zur Folge. Knapp 4000 Neugeborene sind in Brasilien von den mutmaßlich durch Zika ausgelösten Fehlbildungen betroffen.

Verhütung in Ausnahmefällen nichts Neues

Das Zugeständnis ist ein großer Schritt des Papstes in der seit Jahrzehnten festgefahrenen Diskussion um Schwangerschaftsvermeidung innerhalb der katholischen Kirche. Ganz neu sind Ausnahmen von dem strikten Verbot jedoch nicht. So berief sich Franziskus auf einen seiner Vorgänger, Papst Paul VI. Dieser habe in seiner Amtszeit von 1963 bis 1978 Verhütung bei Nonnen in Afrika erlaubt. Grund dafür sei das hohe Risiko von Vergewaltigungen gewesen. Auch in diesem Fall sei Verhütung “das kleinere Übel”.

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