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Helfer und Behörden streiten um den illegalen Dschungel von Calais

Die Zeit läuft ab. In wenigen Tagen wollen die Behörden in Frankreich das illegale Lager von Calais, den sogenannten Dschungel, räumen lassen. Die

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Helfer und Behörden streiten um den illegalen Dschungel von Calais

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Die Zeit läuft ab. In wenigen Tagen wollen die Behörden in Frankreich das illegale Lager von Calais, den sogenannten Dschungel, räumen lassen. Die Flüchtlinge und Migranten, die hier leben, wurden ultimativ aufgefordert, die Zelte und behelfsmäßigen Unterkünfte zu räumen. Unser Korrespondent hat von der Lage vor Ort berichtet.

Meinung

Dort kann man sich nicht mal eine Tasse Tee kochen.

LONDON CALLING steht auf den Graffiti. Die hier Gestrandeten versuchen immer wieder durch den Eurotunnel London zu erreichen – vor allem nachts. Trotz der immer weiter verschärften Sicherheitsmaßnahmen.
Einige mussten sogar aus dem Wasser des Ärmelkanals gefischt werden

Die französischen Helfer wollen nichts tun, um die Geflohenen davon zu überzeugen, den sogenannten Dschungel zu verlassen – im Gegenteil. Die Vereine, die sich um Flüchtlinge kümmern, haben einen Brief an den Innenminister geschrieben, um gegen die ultimative Räumung des illegalen Lagers in Calais zu protestieren.
Die Helfer sagen, es seien einfach zu viele Flüchtlinge – die von der Präfektur angebotene Lösung reiche bei weitem nicht aus.
Eine junge Helferin erklärt: “Sie sind Tausende hier, und die Präfektur kann im neuen Lager nicht für alle sorgen.”

Die Präfektur will die Migranten in Containern unterbringen, die 750 Menschen Platz bieten. Die Helfer beklagen vor allem, dass es im Containerdorf keine Gemeinschaftsräume vorgesehen sind. Alle gemeinsamen Aktivitäten würden hier verhindert.

Eine andere Helferin erklärt: “Man sagt den Leuten, sie sollen umziehen ins Containerdorf, wo es warme Betten gibt. Aber dort kann man sich nicht mal eine Tasse Tee kochen. Es gibt nichts dort, keine Räume, um sich zu treffen, keine Schulen, keine Kirche, keine Moschee, nichts.”

Das neue Containerdorf liegt nur einige hundert Meter vom sogenannten Dschungel entfernt.
Entlang der Ärmelkanalküste gibt es neben dem Dschungel noch andere illegale Lager.

Bisher haben nur wenige Flüchtlinge das Angebot angenommen, sich in andere Unterkünfte in Frankreich umsiedeln zu lassen. Die meisten hoffen weiter – teils schon seit Jahren – es irgendwann doch nach Großbritannien zu schaffen.