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Motivierte Lehrer - Begeisterte Schüler

Wie können Lehrer ihren Unterricht verbessern und die Schüler besser einbinden? In den USA und in Indien sehen wir uns zwei Projekte an, die Lehrern dabei helfen, neue Methoden auszuprobieren.

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Motivierte Lehrer - Begeisterte Schüler

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Wenn es darum geht den Unterricht zu verbessern, spielen die Lehrer natürlich eine entscheidende Rolle. Aber es ist nicht immer einfach neue Methoden umzusetzen. Ein Lehrer, der vor den Schülern steht und ihnen Wissen eintrichtert. Viele Bildungsexperten halten das für veraltet und wollen Frontalunterricht abschaffen. Wie können Lehrer Schüler zum nachdenken bringen? In dieser Ausgabe sehen wir uns zwei Projekte an, die die Lehrer dazu motivieren, neue Wege auszuprobieren.

Meinung

Der Lehrer sollte die Kinder zum Nachdenken bringen und sie dazu ermutigen, Fragen zu stellen, damit sie selber Verbindungen ziehen und den Stoff besser verstehen können."

Inspirierte Lehrer in den USA: Unterricht auf Augenhöhe

Das Viertel Edgewood im Nordosten von Washington, DC. gehörte einst zu den ärmsten Teilen der Stadt. Seit einigen Jahren ziehen auch wohlhabendere Familien in die Gegend. Das Viertel wandelt sich. Das macht sich auch in den Schulen bemerkbar. An der Inspired Teaching Demonstration School werden Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren, unterrichtet. Viele Eltern wollen ihre Kinder in diese Schule schicken, denn die Lehrer haben den Ruf sich ganz besonders zu bemühen und jedem Kind zu helfen, sich zu entfalten und sein Potential voll auszuschöpfen.

Die Gruppen sind klein und für jede Klasse gibt es mehrere Lehrer. Die Lehrer sind auf Augenhöhe mit den Kindern, das schafft eine gute Atmosphäre. Die Schüler trauen sich so viel eher, das Wort zu ergreifen. Die Lehrer kommen den Kindern entgegegen und passen ihren Unterricht an. Die Kinder wiederum wissen, dass sie sich bemühen müssen.

Jessica Hiltabidel, die Leiterin des Programms, erklärt: “Es gibt überall in den USA eine traditionelle Herangehensweise, bei der der Lehrer vor seinen Schülern steht. Er schreibt etwas an die Tafel, das die Kinder dann ohne nachzudenken abschreiben. Unserer Ansicht nach sollte der Lehrer die Kinder vielmehr zum Nachdenken bringen. Natürlich weiß der Lehrer mehr als die Schüler. Er kennt den Unterrichtsstoff. Es ist Aufgabe des Lehrers, die richtigen Fragen zu stellen und die Schüler dazu zu ermutigen auch Fragen zu stellen, damit sie selber Verbindungen ziehen und den Stoff besser verstehen können.”

Nachdenken, darum geht es bei der Methode Inspired Teaching. Der Lehrer lädt die Schüler dazu ein, über ihre Arbeit nachzudenken. Und die Schule fordert den Lehrer dazu auf, seine Methoden zu hinterfragen, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Für den Lehrer ist das eine ständige Weiterbildung. Er lernt immer wieder dazu und entwickelt sich weiter.

Fehler machen ist menschlich, davon geht die Welt nicht unter. Die Lehrer versuchen das zu vermitteln. Die Schüler trauen sich dadurch, Fragen zu stellen und eigene Ideen zu formulieren. Sie lernen den Unterrichtsstoff nicht einfach auswendig, sondern verstehen ihn und machen ihn sich zu eigen.

Indien: Motivierte Lehrer gehen mit gutem Beispiel voran

Weltweit gehen in den Entwicklungsländern mehr als 300 Millionen Kinder zur Schule, aber leider lernen sie dort oft nicht sehr viel. Viele Lehrer geben sich keine große Mühe und manche geben auch auf, weil ihnen keine Mittel zur Verfügung stehen. Glücklicherweise gibt es auch Lehrer, die weiterhin mit Begeisterung lehren. Die Englischlehrerin Rashmi Mishra liebt ihre Arbeit. Sie erzählt: “Ich habe mir für die Arbeit einen Laptop gekauft. Ich bin wirklich motiviert und ich bringe ihn jeden Tag mit zur Schule. Die Kinder lernen jetzt sehr viel besser. Ich hätte das schon viel früher machen müssen.”

Rashmi Mishra nimmt an dem STiR-Projekt teil. Lehrer, die bereits gute Arbeit leisten und motiviert sind, werden ausgewählt und weitergebildet. Sie sind dann Teil eines Netzwerkes und helfen dabei, neue Unterrichtsmethoden zu verbreiten.

Sharath Kumar Jeevan, Gründer des STiR Projekts erklärt: “Alle haben die Lehrer abgeschrieben. Für viele sind sie das Problem und nicht die Lösung. Wir wollen das ändern und die Lehrer dazu ermutigen, selber einen Wandel anzuregen, um den Unterricht zu verbessern.Insgesamt sind 12.000 Lehrer Teil des STiR Netzwerkes. Davon profitieren rund eine halbe Million Kinder in mehreren indischen Bundesstaaten und in Uganda.