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Israel: Letzter Treblinka-Überlebender beigesetzt

In Tel Aviv haben mehrere Hundert Menschen des letzten bekannten Überlebenden des Konzentrationslagers Treblinka im deutsch besetzten Polen gedacht

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Israel: Letzter Treblinka-Überlebender beigesetzt

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In Tel Aviv haben mehrere Hundert Menschen des letzten bekannten Überlebenden des Konzentrationslagers Treblinka im deutsch besetzten Polen gedacht. Samuel Willenberg war vergangene Woche im Alter von 93 Jahren verstorben.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin nannte Willenberg einen Helden, der die Kraft aufgebracht habe, sich trotz des Erlebten während des Holocaust, ein Leben aufzubauen.

Mit 20 Jahren war der polnische Jude einer der Initiatoren des Aufstandes von Treblinka gewesen. Weil er sich als Maurer ausgab, gehörte er zu den wenigen, die nicht sofort in den Gaskammern getötet wurden.

Seine beiden Schwester kamen in Treblinka ums Leben.

1943 gelang Willenberg die Flucht. Später erklärte er, seine blauen Augen hätten ihn gerettet, niemand habe deshalb vermutet, dass er Jude sei. In Warschau schloss er sich der polnischen Untergrundarmee an.

1950 wanderte Willenberg nach Isreal aus und arbeitete anschließend im Entwicklungsministerium. Er studierte auch Kunst und schuf als Bildhauer Skulpturen, die Menschen und Szenen aus dem Alltag von Treblinka zeigen.

Willenberg verarbeitete das dort Erlebte auch in einem Buch und führte Besuchergruppen durch den Ort des ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslagers.

Innerhalb von dreizehn Monaten wurden in dem KZ rund 875.000 Menschen ermordet, nur 67 überlebten – mit Willenberg starb nun der letzte von ihnen.