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Proteste gegen Teilabriss im Flüchtlingslager von Calais

Ab Mittwoch soll ein weiterer Teil des Flüchtlingslagers im französischen Calais abgerissen werden. Hilfsorganisationen sind jedoch dagegen und

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Proteste gegen Teilabriss im Flüchtlingslager von Calais

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Ab Mittwoch soll ein weiterer Teil des Flüchtlingslagers im französischen Calais abgerissen werden.

Hilfsorganisationen sind jedoch dagegen und wollen die Räumung noch mit einer einstweiligen Verfügung verhindern.

Betroffen wären nach Behördenangaben rund tausend Menschen, den Helfern zufolge viel mehr. Die Nachricht von der Räumung wurde den Lagerbewohnern vor einer Woche mitgeteilt.

Ein Bericht des Fernsehsenders France 3 aus dem Lager, dem “Jungle” (auf Französisch) . Gestern waren der Schauspieler Jude Law und weitere britische Künstler im Lager, zu einer Lesung und um sich von den Zuständen dort zu überzeugen.

Law wandte sich gegen den Abriss, der auch wichtige Gemeinschaftseinrichtungen treffe – und damit auch die vielen Minderjährigen, die hier ohne Familie seien. Keiner wisse, was dann aus ihnen werde.

Law und viele Mitstreiter – wie Idriss Elba, Helena Bonham Carter oder Benedict Cumberbatch – haben in einem offenen Brief auch schon an die britische Regierung appelliert: Sie wollen erreichen, dass ihr Land die Kinder und (zumeist) Jugendlichen aus Calais aufnimmt, sofern sie in Großbritannien Verwandte haben.

Die Behörden verweisen darauf, dass die Schule in dem abzureißenden Teil des Lagers stehenbleibe. Auch behelfsmäßige Kirchen und Moscheen könnten erhalten bleiben – so sie denn weiterhin besucht würden. Bei einer kürzlich abgerissenen Kirche sei das aber nicht mehr der Fall gewesen.

Ein Bericht der britischen Zeitung “The Guardian” aus dem Lager (auf Englisch) . In dem Lager von Calais leben der letzten offiziellen Zählung vom Monatsbeginn zufolge 3700 Menschen. Die Zustände in der Slumsiedlung werden immer wieder als unwürdig kritisiert.

Die Behörden verweisen auf die neue Containersiedlung mit 1500 Plätzen, die seit Januar steht. Außerdem gebe es für die Flüchtlinge landesweit 102 Aufnahmezentren, in denen sie unterkommen und Asyl beantragen könnten. Man habe für jeden im Lager eine Lösung.

Das Grundproblem ist natürlich, dass die Flüchtlinge hier mit Frankreich gar nichts zu tun haben wollen: Sie wollen nach England, nur deshalb sind sie in Calais und eben nirgendwoanders.