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Räumung des Flüchtlingslagers in Calais vorerst verschoben

Die bevorstehende Räumung des südlichen Teils des Flüchtlingscamps in Calais wurde vorerst verschoben. Ursprünglich hatten die Behörden den Bewohnern

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Räumung des Flüchtlingslagers in Calais vorerst verschoben

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Die bevorstehende Räumung des südlichen Teils des Flüchtlingscamps in Calais wurde vorerst verschoben. Ursprünglich hatten die Behörden den Bewohnern eine Frist bis zum Dienstagabend 20 Uhr Zeit gesetzt, dann sollte das Gebiet schrittweise geräumt werden. Das Gericht teilte mit, dass eine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Maßnahme erst am Mittwoch oder Donnerstag zu erwarten sei.

Meinung

Die Menschen haben viel Arbeit hier reingesteckt

Eine französische Richterin machte sich am Morgen ein Bild von der Lage vor Ort. Bewohner und Hilfsorganisationen hatten seit Tagen gegen die Evakuierung des sogenannten “Dschungels” protestiert: “Mehr als 3.000 Menschen leben hier, sie haben im Dschungel eine Moschee und Schulen gebaut. Es ist zu einer richtigen kleinen Stadt geworden und es gibt einige Arbeiten, die noch nicht fertig sind. Die Menschen haben viel Arbeit hier reingesteckt”, meint Sikender aus Afghanistan.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen sollen rund 3.400 Flüchtlinge von der Räumung betroffen sein, darunter bis zu 400 unbegleitete Minderjährige. Die Behörden hatten die Zahl der Betroffenen auf zwischen 800 und 1.000 geschätzt.

Die Präfektur verweist die Bewohner unter anderem auf eine nahegelegene Containersiedlung. Auch in Aufnahmelagern in anderen Teilen Frankreichs könnten sie untergebracht werden.

Doch ein Großteil der Migranten in den Lagern in Nordfrankreich hofft – teilweise seit Jahren – nach Großbritannien zu gelangen.