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UNO kritisiert Grenzschließungen auf der Balkanroute

Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat in Griechenland für offene Grenzen in Europa geworben. Tsipras ist unterdessen verärgert über Wien...

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UNO kritisiert Grenzschließungen auf der Balkanroute

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Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi hat die Grenzschließungen auf der Balkanroute scharf kritisiert. Diese könnten zu einem Rückstau Tausender Menschen in Griechenland führen, warnte er.

Meinung

Wir sehen immer mehr Grenzschließungen, aber keine Öffnungen.

Im Hafen von Piräus brachten Fähren allein in den vergangenen drei Tagen rund 9.000 Flüchtlinge auf das Festland. Am Mittwochmorgen waren es 1.700 Menschen.

Zu Besuch in Griechenland forderte Grandi die EU-Staaten unter anderem auf, die beschlossene Umverteilung von Flüchtlingen in die Tat umzusetzen: “Wir sehen immer mehr Grenzschließungen, aber keine Öffnungen. Wenn man den Flüchtlingsansturm beobachtet, sieht man, dass die Menschen immer neue Wege finden. Wenn sie diese jetzt blockieren und keine Alternativen bieten, wie etwa eine Umverteilung oder eine Umsiedlung aus der Türkei, dann verschärft sich die Situation weiter und letztendlich profitieren davon Schlepper.” Grandi sicherte Athen die Unterstützung der Vereinten Nationen zu.

Über Maßnahmen wie etwa die Grenzsicherung beraten heute neun Balkanländer in Wien. Die griechische Regierung beschwerte sich offiziell, zu dem von Österreich einberufenen Flüchtlingsgipfel nicht eingeladen worden zu sein. In Abwesenheit Athens könnten dort Entscheidungen getroffen werden, die die griechischen Grenzen betreffen, so die Befürchtung.

Vor seinem Besuch in der Hafenstadt Piräus machte sich Grandi auf Lesbos ein Bild von der Situation der ankommenden Flüchtlinge vor Ort. Er lobte auch den Fortschritt der griechischen Regierung bei der Aufnahme von Flüchtlingen.