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Leben in Teheran: Zwischen Skifahren und zwei Jobs

Zwölf Millionen Menschen leben in Teheran – fünf Millionen weitere kommen täglich als Pendler in die Hauptstadt, das wirtschaftliche Zentrum des

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Leben in Teheran: Zwischen Skifahren und zwei Jobs

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Zwölf Millionen Menschen leben in Teheran – fünf Millionen weitere kommen täglich als Pendler in die Hauptstadt, das wirtschaftliche Zentrum des Iran. In Teheran ist vieles teurer als anderswo, aber einige verdienen auch mehr…

Meinung

Im Norden der Stadt gibt es Autos, die mehr kosten, als unsere Wohnung hier.

Omid Naraghi ist 34, Architekt und Musiker. Er liebt seine Stadt:
“Teheran ist eine schöne und tolle Stadt, es gibt Jobmöglichkeiten, und es ist viel los. Man kann hier glücklich sein, aber wie man lebt, hängt auch von der eigenen Einstellung ab. Jeder entscheidet für sich.”

Hauptstadt Teheran

  • Hauptstadt der Islamischen Republik Iran, die 79 Millionen Einwohner zählt
  • 12 Millionen Einwohner
  • 5 Millionen Pendler
  • Vor allem wegen der vielen Autos gehört Teheran zu den Städten mit der stärksten Luftverschmutzung weltweit
  • Bürgermeister seit 2005 Mohammad Bagher Ghalibaf (sein Vorgänger war Mahmoud Ahmadinedjad)

35 Kilometer von Teheran entfernt liegt das Skigebiet Darband Sar, der luxuriöseste der vier Wintersportorte in der Nähe der Haupstadt – mit in 2.700 Metern Höhe gelegenen Pisten. Hier kann man auch im April noch Skifahren, wenn es in Teheran schon heiß ist.

Omid Naraghi kommt gerne mit seiner Frau nach Darband Sar, die beiden sind seit vier Jahren verheiratet und erwarten ihr erstes Kind.

Omid Naraghi gefällt das Skigebiet: “Das ist ein internationales Ski-Resort und eine Touristenattraktion. Es ist eines der größten und professionellsten Resorts im Iran. Ich komme mit meinen Freunden und meiner Familie hierher. Normalerweise kommt meine Frau mit, aber dieses Mal ist sie Zuhause geblieben, weil sie schwanger ist.”

Im Süden von Teheran lebt Hamid Gharavi, auch er ist 34. Er ist Elektroingenieur, arbeitet für zwei verschiedene Firmen. Hamid ist seit elf Jahren verheiratet und hat zwei Kinder. Er träumt davon, eine Wohnung für sich und seine Familie zu kaufen.

Hamid Gharavi setzt alles daran, diesen Traum zu verwirklichen:
“Ich wohne zur Miete, aber ich will eine Wohnung kaufen, deshalb habe ich zwei Jobs. Eine normale Arbeit von morgens bis nachmittags um vier. Und am Abend arbeite ich anderswo bis um neun oder um zehn, damit ich mehr Geld verdiene und eine Wohnung kaufen kann.”

Wenn Hamid spät abends nach Hause kommt, wartet seine Frau auf ihn. Sie arbeitet als Grundschullehrerin. Die Familie hat ein mittleres Einkommen und lebt wie viele andere in Teheran.

Hamid erklärt: “Im Süden der Stadt gibt es Gegenden, wo der Lebensstandard nicht gut ist. Essen und Kleidung sind für viele nicht OK. Im Norden der Stadt gibt es Autos, die mehr kosten, als unsere Wohnung hier. Es gibt eine Kluft in der Gesellschaft. Aber in Teheran kommt man zurecht, wenn man viel arbeitet. Wenn man Talent hat und sich wirklich bemüht, dann schafft man es.”

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig in Teheran – wie an vielen anderen Orten der Welt. Es bleibt abzuwarten, was sich in den kommenden Jahren ändert für die 79 Millionen Iraner, wenn sich das Land der Welt öffnet. Viele hoffen auf den lange ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung.

Weiterführende Informationen:

Skigebiet Darband Sar – Infos auf Englisch

Reise- und Sicherheitshinweise für den Iran – Internetseite Auswärtiges Amt Berlin