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Irland wählt: Große Koalition oder großes Chaos?

In Irland sind rund 3,2 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Der konservativen Partei von Ministerpräsident Enda

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In Irland sind rund 3,2 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Der konservativen Partei von Ministerpräsident Enda Kenny, Fine Gael, und ihrem bisherigen Koalitionspartner Labour könnten laut Umfragen bis zu zehn Prozentpunkte fehlen, um gemeinsam weiterzuregieren.

Fine Gael liegt laut Umfragen bei rund 28 Prozent, die linksgerichtete Labour bei gerademal sechs Prozent der Stimmen.

Michael Martin ist mit seiner konservativen Fianna Fail, die Irland jahrelang regierte, in Umfragen zweitstärkste Kraft. Ob sie sich mit Fina Gael zusammentut, ist unklar. Eine Koalition der beiden Mitte-rechts-Parteien gab es bisher noch nie. Sie gehen seit dem Bürgerkrieg 1922-1923 getrennte Wege. Fina Fail liegt laut Umfragen bei rund 23 Prozent.

Gerry Adams präsentierte seine irisch-republikanische Sinn Fein als linke Protestpartei und als Alternative für Wähler, die nicht vom Wirtschaftswachstum des Landes profitieren. Sinn Fein liegt Umfragen zufolge bei rund 15 Prozent, könnte also drittstärkste Partei hervorgehen. Die anderen großen Parteien wollen mit Sinn Fein nicht koalieren, weil sie den Sparkurs strikt ablehnt.

Die schwarz-rote Koalition führte das Land in den vergangenen Jahren aus der Finanzkrise: Das Wirtschaftswachstum liegt bei sieben Prozent, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken.

Doch Statistiken zufolge profitiert die ärmere Bevölkerung nicht von dem Aufschwung. Wähler strafen dafür offenbar vor allem die Labour-Partei ab. Sie hatte sich unter anderem mit dem Absegnen der verhassten Wassergebühren unbeliebt gemacht.

Die Bildung einer neuen Regierung könnte Beobachtern zufolge lange dauern. Rund 28 Prozent der Stimmen soll auf Kleinstparteien wie “People Before Profit” und unabhängige Kandidaten entfallen. Es ist vorstellbar, dass die Fine Gael keine Koalition bilden kann. Wenn auch die Opposition keine Regierungsmehrheit zusammenbekommt, könnte es gar Neuwahlen geben.