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US-Vorwahlkampf: Trump - der Provokateur

Er will “Amerika wieder groß machen”: Donald Trump, Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, zieht mit seinem Wahlkampfslogan

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Er will “Amerika wieder groß machen”: Donald Trump, Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, zieht mit seinem Wahlkampfslogan und seinen Forderungen wie dem Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze an seinen Konkurrenten vorbei. Der Milliardär liegt in den nationalen Umfragen vorne. Zum Entsetzen vieler in der republikanischen Partei hat der erklärte Gegner politischer Korrektheit eine breite Basis unter den Wählern. Die Vorwahl in Iowa war die Einzige von bisher vier Abstimmungen, bei der er nicht gewann. Offenbar kann der Immobilienunternehmer aus dem Frust vieler Amerikaner über stagnierende Einkommen und aus der grassierenden Politikverdrossenheit Kapital schlagen.

Der 69-Jährige verkauft seine Biografie als Paradebeispiel für den amerikanischen Traum. Das Immobilienunternehmen seines Vaters baute er zum Mischkonzern “Trump Organization” und sich selbst zur Marke aus. Bis zum vergangenen Jahr war er Miteigentümer der Miss Universe Organisation. Als Moderator der Realityshow “The Apprentice” wurde er wegen rassistischer Äußerungen abgesetzt. Trump ist zum dritten Mal verheiratet und hat fünf Kinder. Er wurde noch nie in ein politisches Amt gewählt. Als Spender unterstützte der Milliardär sowohl die Republikaner als auch die Demokraten. Im April vergangenen Jahres gab er zu verstehen, dass er selbst kandidieren will. “Donald Trump wäre am besten geeignet, aber wir werden sehen, was passiert”, sagte er einer Reporterin. “Lassen Sie sich aufstellen?”, so die Nachfrage. “Wir betrachten das sehr genau.”

Trump versucht, mit seinem Reichtum zu punkten – dieser mache ihn unabhängig von Spendern mit Eigeninteressen. Bei der Wahlkommission gab er an, sein Vermögen betrage über zehn Milliarden Dollar. Das Magazin Forbes schätzt es auf 4,5 Milliarden.

Trumps schwacher Punkt sind die tiefgläubigen Wählerinnen und Wähler – in deren Richtung dürften die Kommentare gegen seinen Mitbewerber abgezielt haben: “Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so viel lügt wie Ted Cruz. Er behauptet, er sei ein Christ. Das sollte man mal genauer überprüfen.”

Trumps Attacken gegen illegale Einwanderer und Frauen machen ihn zum Enfant terrible der amerikanischen Politik. Auch der Papst kritisierte ihn. Trump schlug zurück. “Wenn der Vatikan von ISIS angegriffen werden sollte, was, wie jeder weiß, die ultimative Trophäe für ISIS wäre, dann kann ich Ihnen versprechen, dass der Papst sich gewünscht und gebetet hätte, dass Donald Trump Präsident gewesen wäre, denn dann wäre das nicht passiert.”

Wie schlagfertig Trump ist, stellt er regelmäßig unter Beweis. Politisch setzt er vor allem auf Provokation. Bis jetzt sieht es so aus, als wäre das der richtige Weg zur Kandidatur.