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Irische Regierungskoalition offenbar von den Wählern abgestraft

Nach der Parlamentswahl in Irland hat die Partei Sinn Féin von Gerry Adams, die früher als politischer Arm der IRA galt, ersten Prognosen zufolge

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Irische Regierungskoalition offenbar von den Wählern abgestraft

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Nach der Parlamentswahl in Irland hat die Partei Sinn Féin von Gerry Adams, die früher als politischer Arm der IRA galt, ersten Prognosen zufolge eine bedeutende Anzahl an Stimmen hinzugewinnen können und es sieht so aus, als sei sie die drittstärkste Kraft. An zweiter Stelle soll die größte Oppositionspartei Fianna Fáil von Micheal Martin stehen. Die Mitte-Links-Koalition von Ministerpräsident Enda Kenny verlor offenbar ihre Mehrheit, ist aber wohl immer noch stärkste Partei.

Die Wähler haben die Regierungskoalition eindeutig abgestraft. Eine Frau erklärt: “Die Regierung hat einen winzigen wirtschaftlichen Aufschwung zustande gebracht, aber das genügt nicht. Gegen das Problem der Obdachlosigkeit haben sie gar nichts unternommen. Wenn es Arbeit gäbe, gäbe es nicht so viel Obdachlosigkeit. Wenn die bisherige Regierung da etwas getan hätte, das haben sie aber nicht.”

Ein Mann sagt: “Die Regierung ist abgestraft worden, weil die Wähler nur das Schlechte sehen, höhere Steuern, das Wasser kostet jetzt Geld, aber dass es auch aufwärts gegangen ist, das sehen die meisten nicht.”

Analysten gehen davon aus, dass eine Koalition der beiden größten Parteien, Fine Gael und Fianna Fáil, die einzige Alternative zu Neuwahlen darstellen könnte.

Der euronews-Korrespondent in Dublin, Giacomo Segantini, erklärt: “80 Sitze werden für eine absolute Mehrheit gebraucht. Das Wahlsystem in Irland ist recht kompliziert, so dass mit endgültigen Ergebnissen wohl erst gegen Sonntag frühestens am Spätnachmittag gerechnet werden kann oder eventuell erst am Montagmorgen. Danach werden wahrscheinlich intensive Koalitionsverhandlungen beginnen.”