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Russland: Tausende marschieren zum Gedenken an Boris Nemzow

In Moskau und anderen russischen Städten haben sich Tausende Anhänger der Opposition zu einem Trauermarsch zum Gedenken an den vor einem Jahr

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Russland: Tausende marschieren zum Gedenken an Boris Nemzow

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In Moskau und anderen russischen Städten haben sich Tausende Anhänger der Opposition zu einem Trauermarsch zum Gedenken an den vor einem Jahr ermordeten Regierungskritiker Boris Nemzow versammelt. “Russland ohne Putin”, forderten die Demonstranten. Unter ihnen auch Ex-Ministerpräsident Michail Kasjanow. Der Spitzenkandidat der Opposition gab sich angesichts der für September geplanten Parlamentswahlen kämpferisch: “Wir werden weiter das machen, was wir im vergangenen Jahr zusammen mit Nemzow begonnen haben: den politischen Kurs unseres Landes durch Wahlen verändern. Wir wollen Putins Wahlimitation in echte, faire Wahlen verändern.”

Meinung

Wir wollen Putins Wahlimitation in echte, faire Wahlen verändern.

Unter den Demonstrierenden war auch der unabhängige Dumaabgeordnete Dmitri Gudkow. Sein Vorschlag, im Parlament eine Schweigeminute für Nemzow einzulegen, war am Freitag abgelehnt worden. Auch er blickt auf die Wahlen: “Wenn die Opposition ihre Kräfte vereinen würde und eine gemeinsame Liste präsentieren würde, würde das einen großen Unterschied machen. Dann hätten wir eine Fraktion im Parlament. Mit einer Fraktion könnten wir die Atmosphäre in der Gesellschaft, im Parlament und in der Regierung wirksam beeinflussen.”

Nemzow war eine zentrale Figur in der zerstrittenen Opposition. In den 90er Jahren war er Vizeregierungschef unter Boris Jelzin. Der 55-Jährige war am 27. Februar 2015 auf einer Brücke in Sichtweite des Kreml erschossen worden. Die Hintergründe der Tat sind ungeklärt, obwohl mehrere Verdächtige aus Tschetschenien in Untersuchungshaft sitzen. Nemzows Tochter Schanna forderte, “dass der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow vor Gericht aussagen muss und dass es eine internationale Kontrolle der Ermittlungen gibt”. Kadyrow werde vom Kreml geschützt, so der Vorwurf Oppositioneller.