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Großbritannien: Zehntausende demonstrieren gegen Trident-Atomwaffenprogramm

In London haben Zehntausende gegen die Erneuerung des britischen Atomwaffenprogramms Trident demonstriert. Britische Medien sprechen von den größten

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Großbritannien: Zehntausende demonstrieren gegen Trident-Atomwaffenprogramm

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In London haben Zehntausende gegen die Erneuerung des britischen Atomwaffenprogramms Trident demonstriert. Britische Medien sprechen von den größten Anti-Atomwaffen-Demonstrationen “seit einer Generation”. An den Kundgebungen nahmen auch der Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, und die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon teil.

Sie argumentieren, dass sich die Weltsicherheitslage seit dem Kalten Krieg verändert habe und Ausgaben und Arbeitsplätze anders besser eingesetzt wären. 2013 hatte sich Regierungschef David Cameron für die Modernierung der U-Boot-Flotte ausgesprochen. Schätzungen zufolge hängen bis zu 15.000 Jobs mit Trident zusammen.

“Ich möchte nicht, dass der U-Boothafen in Faslane geschlossen wird”, sagte Sturgeon. “Ich fordere schon lange, dass Faslane eine konventionelle Marinebasis werden sollte. Natürlich brauchen wir Investitionen und Diversifizierung, um alternative Jobs für die Menschen zu schaffen, die derzeit im Trident-Atomwaffenprogramm arbeiten. Aber wir müssen unsere knappen Ressourcen in Dinge investieren, die gute Arbeitsplätze schaffen und unsere öffentlichen Dienstleistungen verbessern.”

Großbritannien hält seit 1969 ständig eines der im schottischen Faslane stationierten U-Boote mit Atomwaffen auf den Weltmeeren in Bereitschaft. Einem Regierungsbericht zufolge müsste London über die kommenden 20 Jahre dafür aber bis zu 52 Milliarden Euro aufbringen, für vier neue U-Boote und andere unerwartete Ausgaben.

Bei dem Protest in London sagte Labour-Chef Jeremy Corbyn, man könne keinen Frieden erreichen, wenn man Krieg plane.

Das britische Verteidigungsministerium wirbt auf Twitter für die Trident-Atom-U-Boote.