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Getrocknete Essensabfälle: Das Tierfutter der Zukunft?

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Getrocknete Essensabfälle: Das Tierfutter der Zukunft?

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Auf einem Bauernhof in Melle, in Belgien, werden die Ferkel mit einer Mischung aus Soja, Getreide und Olivenabfällen ernährt. Wissenschaftler haben

Auf einem Bauernhof in Melle, in Belgien, werden die Ferkel mit einer Mischung aus Soja, Getreide und Olivenabfällen ernährt. Wissenschaftler haben untersucht, ob diese Kost sich positiv auf die Gesundheit der Tiere auswirkt. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass es den Tieren gut tut. Der Mikrobiologe Geert Bruggeman erklärt: “Sie wachsen gut. Die Futteraufnahme ist gut. Der Futterverbrauch pro produzierter Fleischeinheit ist geringer. Wir haben uns den Zustand des Magendarmtraktes und das Immunsysten der Tiere angeschaut. Alles sah gut aus.”

Meinung

Beim Trocknen wird das Produkt nur leicht erhitzt. Wir können auf diese Weise die Vitamine, die Farbe, die Nährstoffe, die Antioxidationsmittel und den Geschmack bewahren.

Bevor die Nahrungsabfälle an die Tiere verfüttert werden können, müssen sie getrocknet werden. Die Züchter können das Futter so besser und länger lagern. Die Wissenschaftler dieses europäischen Forschungsprojekts haben diesen Prototyp entwickelt. Er trocknet Karotten- und Joghurtreste. Die geheime Zutat dabei ist Wasser. “Im ersten Teil dieses Prototyps befindet sich ein Behälter mit heißem Wasser. Der heiße Wasserdampf wird die Nahrung auf dem Plastikband innerhalb von drei bis fünf Minuten trocknen. Das ist sehr schnell im Vergleich zu anderen Systemen. Es ist ein Kreislauf. Wir erhitzen das Wasser. Und dadurch verdampft das Wasser, das sich normalerweise in den Nahrungsmitteln befindet und durch das sie schlecht werden können,” so der Bioingenieur Bart Van Droogenbroeck.

Die Lebensmittelchemikerin Karen Verstraete fügt hinzu: “Beim Trocknen wird das Produkt nur leicht erhitzt. Wir können auf diese Weise die Vitamine, die Farbe, die Nährstoffe, die Antioxidationsmittel und den Geschmack bewahren. All diese Elemente sind in dem Endprodukt enthalten, nur eben in konzentrierter Form.”

Allein in der EU werden jedes Jahr 100 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln verschwendet. Die Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die Nahrungsmittel, die viele Oligosaccharide, Peptide oder Antioxidationsmittel enthalten. Denn das alles ist gut für die Tiere.
Die Verfahrenstechnikerin Kathy Elst sagt: “Wir beschäftigen uns insbesondere mit Essensabfällen, die nicht geschätzt werden, wie z.B. Zwiebelschalen. Und wir wollen wirklich alles analysieren, also herausfinden welche Komponenten in diesen Abfällen am besten sind und die besten biologischen Auswirkungen auf das Tier haben, damit wir den gesamtem Prozess noch verbessern können.”

Vielversprechende Abfälle wurden an Schweine und Hühner verfüttert. Die Forscher haben im Laufe dieses Projekts viel gelernt. “Wir haben einen Katalog mit 42 Essensabfällen, die derzeit in der gesamten EU anfallen, erstellt. Diese Abfälle wurde gründlich untersucht: Ihre chemische, physische, mikrobiologische Zusammensetzuung und ob sie ohne Risiken verzehrt werden können. Wir wollten so herausfinden, welche Essensabfälle sich am besten als Tierfutter der Zukunft eignen,” so die Chemikerin und Koordinatorin des Projekts Montse Jorba Rafart.

Die Forscher hoffen, dass sie dieses neue Tierfutter in zwei bis drei Jahren auf den Markt bringen können.