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Missbrauch: Nummer Drei des Vatikans räumt schwere Fehler der australischen katholischen Kirche ein

Der australische Kardinal George Pell hat im Umgang der katholischen Kirche seines Landes mit Missbrauchsopfern schwere Fehler eingeräumt. Wie der

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Missbrauch: Nummer Drei des Vatikans räumt schwere Fehler der australischen katholischen Kirche ein

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Der australische Kardinal George Pell hat im Umgang der katholischen Kirche seines Landes mit Missbrauchsopfern schwere Fehler eingeräumt. Wie der Budgetverwalter des Vatikans als Zeuge vor einer australischen Regierungskommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in Bezug auf Fälle aus den 70ern sagte, habe die Kirche eher den beschuldigten Priestern geglaubt, als betroffenen Kindern. Er wurde der Kommission aus Rom per Video zugeschaltet, weil er nach Angaben seiner Ärzte zu krank für die Reise nach Australien war. Pell: “Lassen Sie mich von vorneherein klarstellen, dass ich nicht hier bin um das Unentschuldbare zu verteidigen. Die Kirche hat schwere Fehler gemacht und ist bemüht, Abhilfe zu schaffen. Aber sie hat es an vielen Orten und ganz sicher in Australien, vermasselt, hat Menschen fallen gelassen.”

Meinung

Die Kirche hat schwere Fehler gemacht und ist bemüht, Abhilfe zu schaffen.

Viele Opfer und Angehörige waren mit der Aussage Pells nicht zufrieden. Der dritthöchste Mann im Vatikan ist nicht selbst angeklagt. In seine ehemalige Diözese Ballarat waren jedoch viele beschuldigte Priester versetzt worden. Einige Opfer aus der Diözese waren zu seiner Aussage nach Rom gereist. Sie saßen während der Anhörung mit Pell im selben Konferenzzimmer eines Hotels. Unter den Opfern war auch David Ridsdale. Er wurde von seinem Onkel Gerald Ridsdale missbraucht, ein ehemaliger Priester. “Es gab einige Aussagen, die sicher brauchbarer waren als vorherige Aussagen”, so Ridsdale. “Aber er hat seine Worte sehr genau ausgesucht und war sehr vorsichtig. Dass Handlungen wie das Küssen von Jungs als ‘exzentrisch’ bezeichnet wurden, finden wir untertrieben. Sie sind mindestens furchteinflößend.”

Ein Journalist der australischen Zeitung “The Australian” schrieb auf Twitter: “Pell sagte, es war ungewöhnlich, dass Ridsdale Jungen vom Campus weggeführt habe, aber er habe gedacht, eine große Gruppe von Jungen würde falsche Handlungen verhindern.”

Mit David Ridsdale hat auch Andrew Collins die Aussage Pells direkt verfolgt: “Sie haben erst mit den grundlegenden Fragen angefangen. Sie sind noch nicht bei den wirklich harten Themen. Deswegen haben wir bei der ersten Anhörung auch nicht viel erwartet.”

Pell wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Unter anderem soll er ein Opfer bestochen haben. Die Anschuldigungen hatte er bereits bei vorherigen Anhörungen abgestritten. Jetzt sagte er, er habe nur Gerüchte gehört. Zudem machte er Erinnerungslücken geltend. Die Anhörung wird fortgesetzt.