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Vor den Toren: Die humanitäre Krise erreicht Griechenland

Anstehen für ein Essen, Schlange stehen, wenn man sich waschen oder einfach auf die Toilette will. Lange Schlangen von Menschen, Erwachsenen wie

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Vor den Toren: Die humanitäre Krise erreicht Griechenland

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Anstehen für ein Essen, Schlange stehen, wenn man sich waschen oder einfach auf die Toilette will. Lange Schlangen von Menschen, Erwachsenen wie Kindern, die vor allem mit einem beschäftigt sind: Warten. Die Fernsehbilder von der Grenze zwischen Griechenland und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien erinnern an die Zustände in aus den Flüchtlingslagern im Sudan, in Äthiopien oder Kenia. Aber diesmal ist es Europa, die Europäische Union.

Das Flüchtlingslager Idomeni droht zum Präzedenzfall zu werden. Hier könnte das entstehen, was das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen als “humanitäre Krise” beschreibt. Auch das sind Worte, die bisher kaum mit der Europäischen Union in Verbindung gebracht wurden.

“Wir müssen uns um Wasser anstellen, vielleicht vier, fünf Stunden lang”, erzählt ein junger Mann im Lager von Idomeni. Hier leben 7000 Menschen, aber es gibt nur an einem Ort Wasser und Essen.” Verzweifelte Flüchtlinge haben schon bei den rund 150 Bewohnern von Idomeni angeklopft und nach Milch für die Kinder gefragt, berichten Medien.

24.000 Migranten muss Griechenland derzeit versorgen. Die Armee hat nahe Idomeni zwei weitere Camps für mehr als 10.000 Menschen hochgezogen, ein drittes ist in Planung. Doch Griechenland befürchtet offenbar noch Schlimmeres: Das Land möchte sich nach Medienberichten für die Versorgung von 100.000 Menschen rüsten.

Nach dem österreichischen Vorstoß machen immer mehr Länder auf der sogenannten Balkanroute ihre Grenzen dicht, darunter auch Griechenlands Nachbar Mazedonien. Nur noch wenige Hundert lässt das Land jeden Tag hinein, wenn überhaupt. Der Rückstau passiert damit vor allem in Griechenland. Am Montag war die Lage eskaliert, Migranten hatten das Grenztor gestürmt, die mazedonische Polizei antwortete mit Tränengas.

Für die Menschen im Lager scheint es aussichtslos, einer der wenigen zu sein, die endlich weiterreisen dürfen. “Es warten 7000 vor mir”, sagt ein Migrant im Lager. “Ich muss die 7000 abwarten, danach möchte ich hier weg. Das Leben hier drin ist schlimm.”

Manche verlassen das Camp und versuchen, auf eigene Faust, weiterzukommen. Sie sehen keinen Sinn mehr darin, hier auf ihr Glück zu warten.

Mehr Informationen

Stellungnahme des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR