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Angst vor dem eigenen Mann: US-Republikaner feuern gegen Donald Trump

Parteikollege Romney spricht sich gegen Trumps Nominierung aus

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Angst vor dem eigenen Mann: US-Republikaner feuern gegen Donald Trump

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Der republikanische Anwärter auf die US-Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, bekommt jetzt Ärger aus den eigenen Reihen. Sein Parteikollege Mitt Romney hat sich deutlich gegen Trumps Nominierung ausgesprochen.

Meinung

Mobbing, Gier, Frauenverachtung und drittklassige Theatralik

“Donald Trump ist ein Schwindler, ein Betrüger. Seine Versprechen sind so wertlos wie ein akadmischer Titel von der Trump-University”, wetterte Romney bei einer Rede in der Republikanerhochburg Utah. “Seine Innenpolitik würde in die Rezession führen, seine Außenpolitik würde Amerika und die Welt unsicherer machen. Er hat weder das Temperament, noch das Urteilsvermögen, um Präsident zu werden. Denken Sie an seine Charaktereigenschaften: das Mobbing, die Gier, die Angeberei, die Frauenverachtung, die absurde, drittklassige Theatralik.”

Romney war von Trump unterstützt worden

Romney war selbst zweimal ins Rennen um die US-Präsidentschaft gegangen. In einer Antwort auf die Vorwürfe bezog sich Donald Trump auf diese Phase in Romeys Leben. Romney habe um seine Unterstützung gebettelt, er sei gescheitert. Außerdem warf er Romney mangelnde Loyalität vor.

Romney konterte erneut. Wenn Trump seine Äußerungen bereits vor vier Jahren gemacht hätte, hätte er seine Unterstützung abgelehnt, so Romney im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der verbale Schlagabtausch zeigt, dass selbst bei den Republikanern die Sorge vor einem Präsidenten Trump wächst. Zehn der 14 republikanischen Vorwahlen hat der provokante Milliardär bisher gewonnen, angesichts dieser Erfolge gaben einige seiner Parteikollegen ihre Kandidatur bereits auf. Die Konkurrenz für Trump wird kleiner.

Offener Brief gegen Trump

Angesichts dieser Aussichten haben sich jetzt mehr als 90 Außenpolitiker der Republikaner in einem offenen Brief gegen Trump ausgesprochen. Auch sie beklagen, dass Amerika unter Trumps Präsidentschaft an Sicherheit verlieren und das internationale Ansehen leiden würde. Die Unterzeichner kommen aus allen politischen Lagern innerhalb der Republikaner, unter ihnen Parteigrößen wie der ehemalige Weltbankpräsident Robert Zoellick und der ehemalige Vertreter bei der NATO, Kurt Volker.

Sollte Trump am 15. März auch die Vorwahlen in Florida und Ohio gewinnen, wäre seine Präsidentschaftskandidatur quasi sicher. Einige Republikaner befürchten dann einen Sieg der Demokratin Hillary Clinton bei den Präsidentschaftswahlen. Wechselwähler, so die Befürchtung, könnten von dem polarisierenden Polemiker abgeschreckt werden. Einige prominente Republikaner forderten eine Kampfabstimmung über Trumps Kandidatur auf dem republikanischen Parteitag in Cleveland, doch das könnte zu großem Unmut unter den vielen Anhängern Trumps führen.

Manche von Trumps innerparteilichen Gegnern begegnen der Situation mit radikalem Humor “Trump-Style”. Der Außenpolitikberater Max Boot zum Beispiel, der mitteilte, er würde eher für Nordkoreas Diktator Kim Jong-un arbeiten als für seinen Parteikollegen Donald Trump.

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