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"Dschungel"-Räumung in Calais trotz Protesten fortgesetzt

Aus Protest gegen die Fortsetzung der Räumung des illegalen Lagers für Migranten und Flüchtlinge in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais haben

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"Dschungel"-Räumung in Calais trotz Protesten fortgesetzt

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Aus Protest gegen die Fortsetzung der Räumung des illegalen Lagers für Migranten und Flüchtlinge in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais haben sich mehrere Bewohner die Lippen zugenäht. Viele misstrauen offenbar den vom Staat angebotenen Ersatzunterkünften, oder stehen ihnen zumindest skeptisch gegenüber.

Meinung

Zehn Tage ohne Dusche in einem kleinen Zelt

Der sogenannte Dschungel ist für viele Bewohner von einer vermeintlichen Durchgangsstation auf der Migrationsroute nach Großbritannien zur Sackgasse geworden. Ein Flüchtling aus dem Irak klagte:

“Zehn Tage ohne Dusche in einem kleinen Zelt. Es ist kalt und nass, weil es die ganze Zeit regnet. Ich muss nicht unbedingt nach Großbritannien, aber ich habe dort Familie.”

Die meisten Schicksalsgenossen wollen allerdings um jeden Preis auf die andere Seite des Ärmelkanals gelangen und sich nicht in Frankreich registrieren lassen – obwohl die Regierung in Paris seit Monaten Sozialarbeiter ins Camp schickt, um die Migranten zu überzeugen, in Frankreich Asyl zu beantragen.

Polizisten mit Schutzschilden sichern die Arbeiten der Abrissunternehmen ab, vereinzelt kommt es zu Rangeleien. Am vergangenem Montag hatten sich zu Beginn der Räumung Bewohner und Aktivisten teils heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Nach unterschiedlichen Angaben sollen sich zwischen 1000 und 3000 Schutzsuchende im Dschungel aufhalten.

Großbritannien sicherte Calais mehr als 20 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zu