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Sexueller Missbrauch durch UN-Blauhelme: Zahl der Verdachtsfälle steigt

Die Zahl der Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung durch Angehörige der Vereinten Nationen ist im vergangenen Jahr

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Sexueller Missbrauch durch UN-Blauhelme: Zahl der Verdachtsfälle steigt

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Die Zahl der Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung durch Angehörige der Vereinten Nationen ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus einem neuen Bericht der UN-Generalversammlung hervor. 99 mal wurden demnach UN-Mitarbeiter und Angehörige der Friedenstruppen beschuldigt, ein Jahr zuvor waren es noch 80 Fälle.

“Es ist widerlich, wenn jemand unter dem Deckmantel der UN besonders verletzliche Menschen ausbeutet”, so Untergeneralsekretär Atul Khare. “Wir werden es niemals unterstützen, wenn Beschützer zu Straftätern werden.”

Allein die Entsandten der internationalen Friedenstruppen sollen für 69 Fälle verantwortlich sein. Viele der Verdächtigen kommen aus der Demokratischen Republik Kongo, aber auch aus Kanada und Europa. Rund 100.000 Blauhelmsoldaten aus 122 Ländern sind derzeit für die UN im Einsatz.

Bestrafung daheim

Menschenrechtsgruppen bemängeln, dass die Verfolgung der Taten dem Staat obliegt, der den Soldaten entsandt hat. Die UN will mit einer “Name-and-Shame”-Politik die Herkunftsstaaten der Straftäter öffentlich anprangern. Blauhelmkontingente ganzer Länder können demnach zurück in ihre Heimat geschickt werden, wenn sich Soldaten aus ihren Reihen schuldig gemacht haben. Diese Option wählten die Vereinten Nationen beispielsweise bei der Mission MINUSCA in der Zentralafrikanischen Republik.

Der Report enthält auch Empfehlungen für einen künftigen Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs. So könnten sich Soldaten künftig in dem Land vor Gericht verantworten, in dem sie die Tat begangen haben. Außerdem fordert der Report DNA-Tests des militärischen Personals im Falle eines Verdachts auf sexuellen Missbrauch. Auch Kürzungen der finanziellen Mittel für Einheiten, deren Mitglieder unter Verdacht stehen, sieht der Bericht vor.

Weitere Informationen

Der Bericht des UN-Generalsekretärs im Volltext