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Bienen als "Elefanten-Scheuche"


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Bienen als "Elefanten-Scheuche"

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Im Krüger-Nationalpark wächst zu dieser Jahreszeit ein von Elefanten ganz besonders geschätzter Leckerbissen: die goldgelbe Frucht des Marula-Baums. Letzterer ist nicht ohne Grund auch als “Elefantenbaum” bekannt, weil sich Dickhäuter so gern an Früchten, Baum und Borke satt fressen. Zum großen Ärger der Anwohner im Naturschutzgebiet, für die Marula-Früchte ein zusätzliches Einkommen bedeuten.

“Elefanten essen die Früchte des Marula-Baums für ihr Leben gern,” erklärt Michelle Henley von der Organisation Elephants Alive, die sich um ein friedliches Zusammenleben von Elefant und Mensch bemüht. “Elefantenbullen sind dazu imstande, sich vor die Bäume zu stellen, um Konkurrenten zu verjagen. Marula-Bäume sind ihre Lieblingsspeise, sie essen die Rinde, die Blätter und natürlich die Früchte.”

Um die Marula-Bäume vor dem “Fressangriff” zu bewahren, setzen die Tierschützer auf fleißige kleine Helfer: nämlich Bienen! Untersuchungen haben gezeigt, dass schon allein das Summen eines Bienenschwarms Elefanten in die Flucht schlägt. Deswegen wurden zur Abschreckung Bienenstöcke in die Marula-Bäume gehängt

Die Früchte sind ein wichtiger wirtschaftlicher und kultureller Faktor, erklärt Wayne Twine von der University of the Witwatersrand: “Marula-Bäume haben eine Schlüsselfunktion und spielen in der lokalen Kultur wegen ihrer vielseitigen Nutzung eine wichtige Rolle. Die Früchte dienen dem Verzehr, werden zur Herstellung von Bier oder Marmelade verwendet. Auch der essbare Kern ist sehr beliebt. Es gibt diverse therapeutische Anwendungen. Schließlich wird der Baum auch als Schattenspender geschätzt.”

Das Bienen-gegen-Elefanten-Experiment wird bereits in mehreren afrikanischen Staaten wie Botsuana, Mosambik, Tansania oder Kenia durchgeführt und ist auch in Asien im Einsatz.

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