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Bereit für die ExoMars-Mission

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Bereit für die ExoMars-Mission

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Gab es Leben auf dem Mars? Auf diese entscheidende Frage soll die mit Spannung erwartete erste gemeinsame Marsmission der europäischen

Gab es Leben auf dem Mars? Auf diese entscheidende Frage soll die mit Spannung erwartete erste gemeinsame Marsmission der europäischen Rumfahrtagentur ESA und ihres russischen Partners Roskosmos, eine Antwort finden. Mitte März wird die ExoMars-Mission vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur starten.

Meinung

ExoMars ist die Traummission, von der wir uns eine Antwort auf unsere Fragen zum Planeten Mars erwarten.

Álvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration: “ExoMars ist die Traummission, von der wir uns eine Antwort auf unsere Fragen zum Planeten Mars erwarten. Gibt es Leben dort? Eine Evolution? Aber auch, was das für die Entwicklung des gesamten Sonnensystems, die Erde eingeschlossen, bedeutet.”

Im Oktober, nach etwa sieben Monaten, wird die Sonde den Roten Planeten erreichen und das Testmodul “Schiaparelli” auf der Oberfläche absetzen, während der “Trace Gas Orbiter” um den Mars kreist und unter anderem die Atmosphäre auf Spuren von Methan untersucht.

Jorge Vago, ESA-Projektwissenschaftler für ExoMars: “Da dies die erste Landemission ist, die während der Staubsturmsaison stattfindet, werden wir während der Landung Messungen durchführen, die uns erlauben, wichtige Parameter in der Atmosphäre zu diesem Zeitpunkt des Jahres zu messen, die bislang noch nicht so umfassend untersucht wurden.”

Auf der Suche nach Gas

Mars gilt als heißer Kandidat für primitive, extraterrestrische Lebensformen, da er einst, vor mehreren Milliarden Jahren, über eine feuchte Oberflächenumgebung verfügte.

Mittels Kamera und Spektrometer soll der Orbiter nach Gasspuren suchen, die ein Beweis für biologische oder geologische Aktivitäten sein könnten. Auf der Erde wird Methan zu 90 Prozent von lebenden Organismen produziert. Um so spannender die Frage, welche Gase sich auf dem Mars verstecken.

Nicolas Thomas, Leiter des Entwicklerteams der Weltraum-Kamera CaSSIS: “Wir werden mit großer Sorgfalt die Gaszusätze in der Atmosphäre untersuchen, aber auch nach der Möglichkeit lokal erzeugter Gase Ausschau halten. Dies könnte beispielsweise ein Hinweis auf vulkanische Aktivität sein oder in Zusammenhang mit der Freisetzung von sublimiertem Wasser, der Freisetzung eingefangener Gase, stehen. Und wir können ein wenig über Leben in Form biologischer Elemente spekulieren, auch wenn ich in dieser Hinsicht eher skeptisch bin.”

Das Demonstrationsmodul “Schiaparelli”

Das ExoMars-Programm wird außerdem eine Reihe wichtiger und Flug- und Landetechnologien testen, die für künftige bemannte Marsmissionen von großer Bedeutung sein werden.

Große Aufmerksamkeit ruht auf dem Modul “Schiaparelli”, das die kontrollierte und sanfte Mars-Landung demonstrieren soll, aber auch ein kleines Wissenschaftspaket mit sich führt, um die lokale Umgebung zu analysieren.

Jorge Vago, ESA-Projektwissenschaftler für ExoMars: “All das legt die Grundlagen für weitere Missionen und unsere eigene Raumfahrtindustrie in Europa, die vielleicht weitere Marslandungen zu dieser Jahreszeit anvisiert. Und natürlich ist das wichtig für künftige Missionen, auch bemannte.”

“Schiaparelli” wird vor allem wertvolle Erfahrungswerte für die zweite Etappe von ExoMars sammeln: ein technikbeladenes Landemodul mit Rover, dessen Start für 2018 geplant ist.

Der Rover, gewissermaßen das Herzstück der Mission, wird nicht nur auf der Oberfläche, sondern in bis zu zwei Metern Tiefe nach den Geheimnissen des Roten Planeten bohren.