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Idomeni: das Elend am Tor zu Europa

Kurz vor Mitternacht in Idomeni. Flüchtlinge warten auf der griechischen Seite, die Grenze nach Mazedonien passieren zu können. Das Tor zu Europa ist

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Idomeni: das Elend am Tor zu Europa

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Kurz vor Mitternacht in Idomeni. Flüchtlinge warten auf der griechischen Seite, die Grenze nach Mazedonien passieren zu können. Das Tor zu Europa ist nur wenige Meter entfernt, aber niemand weiß, wann der Grenzschutz die nächsten Menschen durchlässt. Euronews-Korrespondent Apostolos Staikos hat mit den Menschen dort gesprochen.

Meinung

Sie haben nichts mehr.

Syrische Frau: “Ich möchte nach Deutschland. Mein Mann ist dort.”

Euronews: “Er ist in Deutschland?”

Flüchtling: “Ja.”

Euronews: “Sind Sie schwanger?”

Flüchtling: “Ja, ich bin im neunten Monat.”

Die meisten Flüchtlinge wissen, dass sie noch viele weitere Nächte in Idomeni verbringen werden. Das Gerangel um Essen und Kleidung ist groß. Freiwillige wie Marilena Zarfdjian aus Thessaloniki von der Hilfsorganisation “Love without borders” können das Elend kaum in Worte fassen:

“Es sind Menschen. Wir leben in unserem Komfort, in unseren Häusern. Natürlich haben wir unsere Probleme, es gibt die Wirtschaftskrise. Aber hier geht es ums Überleben.”

Auch während der Nacht verteilen Freiwillige Essen an Flüchtlinge. Und täglich verteilen sie die Spenden, die von Privatpersonen kommen.

“Wir fühlten die menschliche Notwendigkeit, nach Idomeni zu kommen und diesen Menschen in ihrem Leid zu helfen. Sie haben nichts mehr. Sie stecken hier fest und warten darauf, dass die Grenze geöffnet wird. Manche sind seit 15 Tagen hier. Sie haben nichts zu essen”, so Dimitris Papageorgiou von “Love without borders”.

Hunger ist nicht der einzige Feind. Schlechtes Wetter und Regen macht den Menschen zusätzlich zu schaffen. Sie leben in Zelten auf dem Boden, alles ist nass und matschig.

“Es ist eine sehr sehr schlechte Situation. Es regnet, alles ist dreckig. Wir sind müde, es gibt kein Essen, wir wollen nach Deutschland”, so diese syrische Frau.

Euronews-Reporter Apostolos Staikos:

“Viele Flüchtlinge haben erkannt, dass sie ihr Endziel nicht erreichen werden, viele werden im Land bleiben. Auch die Griechen haben verstanden, dass die Flüchtlinge das Land nicht verlassen werden, dass Tausende in Griechenland bleiben werden.”