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EZB - "die letzte Patrone" verwirbelt Märkte

Trotz der neuen Gelddusche der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Mario Draghis Kommentare die Anleger trocken erwischt. Viele bekamen kalte Füße

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EZB - "die letzte Patrone" verwirbelt Märkte

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Trotz der neuen Gelddusche der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Mario Draghis Kommentare die Anleger trocken erwischt. Viele bekamen kalte Füße und nahmen Gewinne mit.

Meinung

Die Hauptangst ist, dass es das erst einmal gewesen ist

Der Dax ging nur kurz in Richtung 10.000 Punkte, stürzte aber anschließend wieder ab. Am Ende schloss er 2,3 Prozent schwächer. Der Eurostoxx50 verlor 1,18 Prozent.

Im Gegenzug kletterte der Euro um 1,8 Prozent auf 1,1193 Dollar.

Das große Bündel an Maßnahmen zeuge von einer enormen Nervosität der obersten Währungshüter, kommentierte Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, Düsseldorf. “Draghi möchte den niedrigen Inflationsraten den Garaus machen und packt die geldpolitische Eisenkeule aus”, so Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank, Vaduz. Kritische Stimmen warnten auch vor Spekulationsblasen an den Börsen. “Mit diesen Maßnahmen nimmt die EZB in Kauf, Marktblasen zu erzeugen, wenn die Liquidität in der blutleeren konjunkturellen Entwicklung nicht in die Realwirtschaft findet”, sagte Jan Holthusen, Leiter Zins- und Anleihenresearch bei der DZ Bank. Frankfurt.

Zwar hatte die EZB mit massiven geldpolitischen Lockerungen zunächst die ohnehin schon hohen Erwartungen der Anleger noch übertroffen. “Aber die Hauptangst ist, dass es das erst einmal gewesen ist”, so ein Credit-Agricole-Marktstratege David Keeble. Der Kollege Andreas Paciorek von CMC Markets, Frankfurt, hat das genauso verstanden. .
“Die Äußerung Draghis, er gehe von keinen weiteren Zinssenkungen aus, wurde als die letzte Patrone interpretiert”,

“Dass die EZB so extreme Geldpolitik betreibt, zeichnet ein düsteres Bild der europäischen Wirtschaft, und die Märkte beginnen sich zu fragen, was Zentralbanken noch in petto hätten, wenn die Weltwirtschaft in eine Rezession zurückfällt”, sagte Laith Khalaf vom Analysehaus Hargreaves Lansdown, Bristol, Großbritannien.

su mit dpa