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Fünf Jahre nach dem Tsunami: Japanische Judoka kämpfen wieder

Heute vor fünf Jahren geschah es: Ein Seebeben vor der Küste Japans löste einen gewaltigen Tsunami aus, der unter anderem zur Atomkatastrophe von

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Fünf Jahre nach dem Tsunami: Japanische Judoka kämpfen wieder

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Heute vor fünf Jahren geschah es: Ein Seebeben vor der Küste Japans löste einen gewaltigen Tsunami aus, der unter anderem zur Atomkatastrophe von Fukushima führte und zahlreiche Städte verwüstete. Eine der am schwersten getroffenen Städte war Rikuzentakata. Die Wassermassen forderten auch hier zahlreiche Menschenleben. Unter den Toten waren viele Mitglieder des örtlichen Judo-Vereins. Der Internationale Judo-Verband hat jetzt die Stadt besucht um zu sehen, wie es dem örtlichen Judo-Club fünf Jahre nach der Katastrophe geht. Festgehalten ist der Besuch in einem bewegenden Film.

Iwasaki Kenji, der Präsident des Judo-Clubs von Rikuzentakata, erzählt: “2011 gab es hier ein schweres Erdbeben. Das Rathaus rief alle auf, die Stadt zu verlassen. Erst sah es nicht so schlimm aus. Aber rasch merkten wir, dass wir um unser Leben liefen. Einige hatten das Glück zu überleben.”

An einem Schild ist ein blauer Pfeil zu sehen. Kenji: “Der blaue Pfeil zeigt die Maximalhöhe des Tsunamis an.”

“Von 207 zunächst Vermissten aus Rikuzentakata stellten sich 203 als tot heraus. Insgesamt starben hier 1.556 Menschen. Ich verlor Schüler meines Vereins.”

Weiter erzählt er: “Die Menschen waren nach dem Beben völlig am Ende. Aber ich dachte, wenn wir alle zu Hause bleiben und niedergeschlagen sind, bessert sich nichts. Wir fragten Schüler, ob sie Judo trainieren wollten. Sie wollten, aber der Tsunami hatte unsere Clubräume zerstört. Also trainierten wir auf der Straße, auf dem Asphalt.”

Eine Schülerin berichtet: “Mein Lehrer im Club hat mir beigebracht, wie wichtig die Achtung für den anderen ist. So konnte ich die Bedeutung des Judos für mich entdecken.”

“Das Schwerste am 11. März war nicht, dass wir unsere Heime und Häuser verloren haben, sondern dass wir unsere Familien und Freunde verloren. Wegen dieser Erfahrung und der Unterstützung der Menschen bin ich mir nun der Bedeutung des Lebens bewusst. Der Bedeutung, unabhängig zu sein und sein eigenes Leben aufzubauen.”

Die zweifache Olympiasiegerin Tanimoto Ayumi: “Als ich mit den Kindern auf der Matte stand, spürte ich, dass sie nicht nur Wettbewerbe gewinnen wollen. Sie hatten größere Träume, dank dem Judo.”

Judo-Weltmeister Haga Ryunosuke: “Das Großartige am Judo ist, dass uns dieser Sport beibringt, wie wichtig es ist, mit anderen mitzufühlen und sie zu respektieren. Als Kinder lernen wir, wie wir andere Menschen korrekt behandeln. Und ich denke, das ist das Schöne an diesem Sport.”