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Türkei verkündet Ende der Anti-PKK-Operation in Altstadt von Diyarbakir

Die türkische Regierung hat das Ende der Sicherheitsoperation gegen die PKK in der Altstadt von Diyarbakir verkündet. Im Bezirk Sur galt seit Anfang

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Türkei verkündet Ende der Anti-PKK-Operation in Altstadt von Diyarbakir

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Die türkische Regierung hat das Ende der Sicherheitsoperation gegen die PKK in der Altstadt von Diyarbakir verkündet. Im Bezirk Sur galt seit Anfang Dezember eine Ausgangssperre. Das türkische Militär will dort seither 271 Militante der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei getötet haben.

Für die Bewohner der in weiten Teilen zerstörten historischen Altstadt war die Operation eine schwere Belastung: “Das Ende der Operation bedeutet zumindest, dass wir unsere Geschäfte wieder öffnen und unseren Lebensunterhalt verdienen können”, so ein Kleinunternehmer in Sur. “Unsere Kinder sind in schlechter Verfassung, jetzt können wir ihnen wenigstens wieder Brot geben. Natürlich ist das eine gute Nachricht, gut für Diyarbakir und die Menschen hier. Das Ende der Operation ist wirklich eine Erlösung.”

Doch die Zukunft ist unsicher, der Friedensprozess beendet und eine neue Frühjahrsoffensive der PKK nicht unwahrscheinlich. Menschenrechtsgruppen sprechen von über 200 getöteten Zivilisten allein in Diyarbakir. Zehntausende haben wegen der Kämpfe und des anhaltenden Ausnahmezustands im Osten der Türkei ihre Häuser verlassen.

Erst vor einer Woche hatten aufgebrachte Menschen in der Altstadt von Diyarbakir gegen die Ausgangssperre demonstriert. Die Polizei rückte mit Tränengas und Wasserwerfern an und nahm 33 Demonstranten fest. Die kurdennahe Partei HDP, die bei den letzten Wahlen ins Parlament einzog, verurteilt die Sicherheitsoperationen als “Massaker”.