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Aserbaidschan: "Unser Ziel ist, von Ölpreisen gar nicht abhängig zu sein"

Aserbaidschan ist ein Binnenstaat in Vorderasien zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus. Es war Teil der Sowjetunion und wurde 1991

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Aserbaidschan: "Unser Ziel ist, von Ölpreisen gar nicht abhängig zu sein"

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Aserbaidschan ist ein Binnenstaat in Vorderasien zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus. Es war Teil der Sowjetunion und wurde 1991 unabhängig. Der Einbruch der Ölpreise hat die Erdölindustrie hart getroffen, bisher zentraler Wachstumszweig des Landes. Zinserhöhungen und Stützungskäufe konnten die Währung nicht stabilisieren. Nach zwei Abwertungen herrscht in Aserbaidschan Rezession (2015).

Meinung

Wenn die Öleinnahmen abnehmen, kann das zu Budgetkürzungen und Unruhen führen

Euronews: “Wie wichtig ist es für Öl und Gas produzierende Länder wie Aserbaidschan, ihre Wirtschaft zu diversifizieren, ihre Geschäftsmodelle in den aktuellen Ölpreis-Turbulenzen zu ändern?”

Ilham Aliyev, Präsident von Aserbaidschan auf dem IV. Globalen Baku Forum:

“De facto arbeiten wir seit Jahren an der Diversifizierung der Wirtschaft. Aber in einer Zeit, in der die Ölpreise sehr niedrig sind, halten wir es für eine Priorität. Wir haben die Abhängigkeit von Öl und Gas schon verringert. Derzeit machen Öl und Gas nur 30 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts aus. Aber unser Ziel ist, von Ölpreisen gar nicht abhängig zu sein.

Zur Zeit arbeiten wir an einem Konzept der grundlegenden Reformen, die auch der Internationale Währungsfonds begrüßt. Sie betreffen Landwirtschaft, Informationstechnologien, Tourismus und so weiter. Daher bin ich mir sicher, dass Aserbaidschan in den kommenden Jahren die Abhängigkeit vom Öl noch mehr verringern wird.”

Aserbaidschan ist eine Präsidialrepublik, Mitglied des Europarats. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International das Werben Aserbaidschans vor drei Jahren als „Kaviar-Diplomatie“ .

euronews: “Wie beeinflussen niedrigen Ölpreise die globale Sicherheit, vor allem im Nahen Osten?”

Ilham Aliyev, Präsident von Aserbaidschan:

“Wir sehen keine direkte Verbindung zwischen dem Rückgang der Ölpreise und der globalen Sicherheit. Doch kann es manch ernsthafte Schwierigkeiten, wirtschaftliche und soziale Probleme geben, falls die Ölpreise auf lange Sicht niedrig bleiben, weil einige Länder regelmäßig einen großen Teil ihrer Einnahmen aus dem Ölgeschäft beziehen. Wenn da die Öleinnahmen abnehmen, kann das zu Budgetkürzungen und Unruhen führen.”

Das Budget des Landes wurde jüngst überarbeitet und mit einen Ölpreis bei $ 25 pro Barrel kalkuliert.

Der dramatische Verfall der Ölpreise ist nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) womöglich gestoppt. Sie waren seit Mitte Januar von 28,50 Dollar wieder auf rund 40 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen.

su mit dpa