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Klarere Regeln für ärztliche Schweigepflicht: Abschlussbericht nach Germanwings-Absturz

Knapp ein Jahr nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich liegt der Abschlussbericht vor. Darin verlangt die französische Luftfahrtaufsicht BEA zum

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Klarere Regeln für ärztliche Schweigepflicht: Abschlussbericht nach Germanwings-Absturz

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Knapp ein Jahr nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich liegt der Abschlussbericht vor.

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Mehrere Ärzte wussten, dass der Kopilot krank war.

Darin verlangt die französische Luftfahrtaufsicht BEA zum Beispiel routinemäßige Überprüfungen bei Piloten-Ausfällen sowie klarere Regeln für eine mögliche Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht.

Den Absturz hatte der Kopilot des Flugzeugs absichtlich herbeigeführt.

Mehrere Ärzte hätten zuvor gewusst, dass der Mann krank war, sagt der zuständige BEA-Ermittler Arnaud Desjardins. Einige der Ärzte hätten auch gewusst, dass er Pilot war. Die Luftfahrtbehörden hätten davon aber ebenso wenig erfahren wie Germanwings als Arbeitgeber.

Das Flugzeug war am 24. März letzten Jahres auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf.

Beim Anflug auf die französischen Alpen lenkte der Kopilot die Maschine absichtlich in die Berge. Das bestätigt jetzt auch der Abschlussbericht. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord.

Der Kopilot war den Ermittlern zufolge psychisch krank und kurz vor dem Flugtag krankgeschrieben. Am Tag des Unglücks selbst litt er noch
immer an einer psychiatrischen Störung und nahm dagegen Medikamente: Damit sei er an dem Tag fluguntauglich gewesen.

Auf Empfehlungen für Veränderungen an verschlossenen Cockpit-Türen verzichtet die Untersuchungsbehörde. Das Unglück hatte seinen Lauf genommen, als der Flugkapitän das Cockpit verließ und danach nicht wieder eingelassen wurde.

Das BEA hebt jedoch hervor, die Türen seien wegen der Gefahr einer terroristischen Bedrohung gesichert, die nach wie vor bestehe.

Nach Ansicht des Anwalts der Opfer zeigt der Abschlussbericht deutliche Mängel bei Auswahl, Einstellung und Überwachung des Kopiloten.

“Der Lufthansa-Konzern hat einen psychisch krankhaft vorbelasteten Pilotenanwärter eingestellt und ausgebildet, ein Fehler mit schrecklichen Folgen”, kritisierte Anwalt Christof Wellens.

Außerdem sei der Mann trotz einer eingeschränkten Flugerlaubnis wegen seiner Vorerkrankung nicht mehr psychiatrisch untersucht worden.

Ein umfangreicher Bericht des amerikanischen Fernsehsenders ABC News nach dem Absturz (auf Englisch)