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Autobomben-Anschlag in Ankara: Behörden verdächtigen die PKK

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist die Zahl der Toten nach dem verheerenden Autobomben-Anschlag am Sonntag auf mindestens 37 gestiegen. Etwa 120

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Autobomben-Anschlag in Ankara: Behörden verdächtigen die PKK

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In der türkischen Hauptstadt Ankara ist die Zahl der Toten nach dem verheerenden Autobomben-Anschlag am Sonntag auf mindestens 37 gestiegen. Etwa 120 Menschen sind verletzt, davon 17 schwer. Die Behörden verdächtigen offenbar die verboteten kurdische Arbeiterpartei PKK. Die US-Botschaft in der Hauptstadt hatte erst zwei Tage zuvor eine Warnung herausgegeben, derzufolge es Informationen über mögliche Terrorattacken auf Regierungseinrichtungen gebe.

Zu dem Anschlag hat sich weiterhin niemand bekannt. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, es gebe konkrete Informationen über die Terrororganisation, die den Angriff ausgeführt habe. Die Behörden sperrten am Sonntagabend vorübergehend Internetdienste wie Twitter, Youtube und Facebook.

Der Anschlag ereignete sich an einem belebten Nahverkehrsknotenpunkt in einen Geschäftsviertel. Laut der türkischen Polizei hätten die Täter einen weißen BMW mit südosttürkischem Nummernschild benutzt, die Bombe sei mit Stahlkugeln und Nägeln bewehrt gewesen. Aus Ermittlerkreisen heißt es, es habe sich möglicherweise um zwei Selbstmordattentäter gehandelt, darunter eine Frau, die Verbindungen zur verboteten kurdischen Arbeiterpartei PKK haben soll.

Die kurdennahe Oppositionspartei HDP, die bei den letzten Wahlen ins Parlament einzog und nun drittstärkste Partei ist, verurteilte den Anschlag als “grausamen Angriff”. Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet die Partei als Arm der PKK.

In Ankara war erst vor knapp einem Monat ein weiterer Selbstmordanschlag mit einer Autobombe verübt worden, bei dem 29 Menschen starben. Zu der Tat bekannte sich damals eine aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe, die sich Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) nennt. Sie hatte weitere Anschläge angekündigt.

Die Türkei ist mit zahlreichen Bedrohungsszenarien konfrontiert. Immer wieder erschüttern Bombenanschläge das Land. Zu den mutmaßlichen Verantwortlichen gehörten unter anderem die Terrormiliz ISIL und die PKK, aber auch tschetschenische Täter.