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Bio-Verpackung: Plastik vom Acker

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Bio-Verpackung: Plastik vom Acker

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Plastik besteht meistens aus Erdöl. Kann es auch aus anderen Rohstoffen hergestellt werden? Dank innovativer Technik kann man Plastik aus Bestandteilen von Gemüsen produzieren. In Spanien entwickeln W

Plastik besteht meistens aus Erdöl. Kann es auch aus anderen Rohstoffen hergestellt werden? Dank innovativer Technik kann man Plastik aus Bestandteilen von Gemüsen produzieren. In Spanien entwickeln Wissenschaftler die ökologische und intelligente Verpackung von morgen.

Meinung

Die wichstigste Innovation ist, dass wir Biopolymere benutzen. Sie bestehen aus Biomasse, aus Zucker, sie sind also natürlich abbaubar.

Natürliche Polymere aus landwirtschaftlichem Abfall werden mit Nano-Additiven gemischt und bei 200 Grad geschmolzen. Das ist das Rezept für das neue Bioplastik, das im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts entwickelt wird. Die Wissenschaftler machen Tests, denn sie wollen Plastik herstellen, das möglichst robust ist. Zudem muss es gewisse Eigenschaften haben. Mit Nanoton entstehen im Plastik z.B. sehr dünne Folien, die wie eine Schutzbarriere wirken. Die Ingenieurin Lidia García erklärt: “Die wichstigste Innovation ist, dass wir Biopolymere benutzen. Sie bestehen aus Biomasse, aus Zucker, sie sind also natürlich abbaubar. Durch diesen Prozess können wir Material mit neuen Funktionen herstellen. Unser Plastik hat z.B. eine antimikrobielle Wirkung und kann dadurch sehr gut im Gesundheitsbereich eingesetzt werden.”

Bis dato konnte Bioplastik nur beschränkt genutzt weden. Natürlich abbaubare Behälter waren nicht robust genug, um Lebensmittel, Kosmetik oder Medikamente sicher zu verpacken. Und durch seine geringe Plastizität war es nicht für die industrielle Produktion geeignet. Das neue Bioplastik jedoch ist vielfältig verwendbar. Der Chemiker Pere Castell erklärt: “In diesem Fall werden Nanomaterialien benutzt, um das Material robuster zu machen und auch, um dafür zu sorgen, dass der Inhalt gut geschützt ist und kein Sauerstoff eindringen kann. Aus dem Material kann mit herkömmlichen Spritzgießmaschinen die gewünschte Verpackung hergestellt werden.”

Die Forscher haben ein Material entwickelt, das genauso wie herkömmliches Plastik weiterverarbeitet werden kann. Berta Gonzalvo, die Koordinatorin des Projekts, verrät uns, was die Aufgabe des Forschungszentrums ist: “Wir müssen die Lücke zwischen der Forschung und industriellen Anwendungen schließen. Wir bringen die Innovationen in die Fabriken und auf den Markt. Wenn man ein neues Verpackungsmaterial oder neue Etiketten benutzen will, dann benötigt man die Unterstützung der Forscher und unsere Rolle ist es, die Industrie in so einem Fall zu begleiten.”

Die Kosmetikbehälter werden mit Spritzgießmaschinen hergestellt: Flüssiges Plastik wird in eine Form aus Stahl gespritzt und dann wird unter einem Druck von 85 Tonnen in nur 30 Sekunden die Plastikverpackung hergestellt. Das neue Plastik ist biologisch abbaubar, doch damit nicht genug. Die Forscher wollen zudem in diese neue Verpackung Sensoren einbauen. “Wir haben hier einen Sensor. Dieser weiße Teil ist ein Hochfrequenzetikett. Und hier in der Mitte ist Plastikfolie. Diese Plastikfolie reagiert auf Sauerstoff. Wenn es mehr als zwei Prozent Sauerstoff gibt, dann verändern sich Struktur und Farbe des Plastiks,” so Gearóid ÓLaighin, Professor für Elektrotechnik.

Eine biologisch abbaubare Flasche, die den Verbraucher warnt, wenn der Inhalt schlecht geworden ist: Das ist das neue, natürliche Plastik von morgen.